Die Standesbeamtin Kim Davis. | Bildquelle: dpa

Streit um Homo-Ehe US-Standesbeamtin wieder frei

Stand: 08.09.2015 20:45 Uhr

Als Standesbeamtin hat sie einen Eid auf die US-Verfassung geschworen und muss auch Schwule und Lesben trauen. Doch die strenggläubige Kim Davis weigerte sich und ging dafür in Beugehaft. Nun kommt sie unter Auflagen wieder frei.

Die radikale US-Standesbeamtin, die einem schwulen Paar wiederholt die Eheschließung verweigert hat, darf nach knapp einer Woche hinter Gittern das Gefängnis verlassen. Die strenggläubige Christin Kim Davis komme unter Auflagen frei, entschied der Richter im Bundesstaat Kentucky nach Angaben der Zeitung "Courier-Journal".

Die Beamtin dürfe ihre Mitarbeiter auf dem Amt nicht daran hindern, die Ehe-Dokumente an gleichgeschlechtliche Paare auszugeben. Die Stellvertreter hatten damit kurz nach Davis' Inhaftierung am Donnerstag begonnen. Damit erfülle das Amt im Bezirk Rowan County seine Pflichten, begründete der Richter seine Entscheidung.

David Moore | Bildquelle: AP
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David Moore und sein Partner wollten von Kim Davis den Trauschein. Nachdem sie sich weigerte, klagten sie.

Landesweit für Aufsehen gesorgt

Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen, weil sich Davis mit ihrer Weigerung gegen das Oberste Gericht stellte. Der Supreme Court hatte im Juni gleichgeschlechtliche Ehen überall im Land für zulässig erklärt. Auch in einigen anderen Bundesstaaten widersetzen sich Standesbeamte den Vorgaben und berufen sich dabei auf ihren Glauben.

Mehrere republikanische Präsidentschaftsbewerber verteidigten die widerspenstige Standesbeamtin. "Es ist absurd, jemanden ins Gefängnis zu stecken, nur weil er vom Recht der Religionsfreiheit Gebrauch macht", sagte der Senator von Kentucky, Rand Paul, in der Vorwoche.

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