Ryan während seiner Pressekonferenz | Bildquelle: dpa

Ryan will unter Bedingungen "Speaker" werden Einer kandidiert - aber nur widerwillig

Stand: 21.10.2015 04:28 Uhr

Der "Speaker" ist das dritthöchste politische Amt in den USA. Dennoch haben die Republikaner erhebliche Probleme, einen Kandidaten zu finden, denn sie sind tief zerstritten. Nun hat Paul Ryan doch ja gesagt - aber nur unter Bedingungen. Und ob die erfüllt werden, ist fraglich.

Die US-Republikaner haben möglicherweise einen Kandidaten für eine der wichtigsten Positionen in der US-Innenpolitik gefunden, den "Speaker of the House". Paul Ryan, Vorsitzender des mächtigen Haushaltsausschusses, erklärte sich nun doch bereit, das Amt zu übernehmen - allerdings nur unter Bedingungen.

"Ein Job für jemanden, dessen Kinder aus dem Haus sind"

Vor Kurzem hatte Ryan noch gesagt: "Nein, ich will nicht Speaker werden. Das ist ein guter Job für jemanden, dessen Kinder aus dem Haus sind." Er selbst hat drei kleine Kinder. Nun sagte er, Voraussetzung für seine Kandidatur sei, dass die Partei geeint hinter ihm stehe - und fügte an, er kandidiere widerwillig. Er wolle sich aber nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben, als es um besonders viel ging.

Ryan während seiner Pressekonferenz | Bildquelle: AFP
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Schreitet zur Pressekonferenz um sein "Ja, aber unter Bedingungen" zu verkünden: US-Republikaner Paul Ryan.

Keine Mehrheit ohne die Tea-Party-Fraktion

Ob sich die Partei geschlossen hinter ihn stellen wird, ist aber fraglich. Denn der einflussreiche, erzkonservative "House Freedom Caucus" der Tea-Party-Bewegung lehnt Ryan ab. Das Repräsentantenhaus - eine der beiden Kammern des Kongresses - hat 435 Mitglieder, davon 247 Republikaner. Für eine Mehrheit braucht es 218 Stimmen. Dem "Freedom Caucus" gehören 40 Mitglieder an - ohne sie haben die Republikaner also keine Mehrheit. Entsprechend kompromisslos trat die Tea-Party-Fraktion bislang auf.

Ende der Woche soll es Klarheit geben

Die Wahl wird nötig, weil der amtierende Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, zurücktreten will. Danach zog Kandidat Kevin McCarthy zurück. Sollte sich auch Ryan letztlich doch gegen eine Kandidatur entscheiden, müsste Boehner länger im Amt bleiben. Bis Ende der Woche soll es Klarheit geben.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Hörfunkstudio Washington

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