Mugabe bei seiner Rede | Bildquelle: AP

Machtkampf in Simbabwe Mugabe trotzt Ultimatum seiner Partei

Stand: 20.11.2017 04:57 Uhr

Das Ultimatum seiner Partei ZanuPF war deutlich: Rücktritt oder Amtsenthebungsverfahren. Mugabe hat sich davon offenbar nicht beeindrucken lassen: Am Abend hat er eine mit großer Spannung erwartete Ansprache an die Nation gehalten - und nicht seinen Rücktritt erklärt.

Von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Studio Johannesburg

Selbst für Robert Mugabes Verhältnisse war das eine bizarre Rede: Im karierten dunklen Anzug mit korallfarbener Krawatte saß er in seinem Amtszimmer, flankiert von uniformierten Armeegenerälen und Priestern. Er holperte durch seine Ansprache, verwechselte Seiten seines Manuskripts und musste sich von einem der Generäle helfen lassen.

Simbabwer verfolgen Mugabe-Rede im Fernsehen | Bildquelle: AFP
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Viele Simbabwer verfolgten Mugabe-Rede mit Staunen im Fernsehen.

Am Ende seiner zwanzigminütigen Ansprache an das simbabwische Volk war aber klar: Den von vielen erwarteten Rücktritt würde Mugabe nicht erklären: "Ich als Präsident von Simbabwe und Oberbefehlshaber bin mir der vielen Anliegen bewusst, die Ihr als das Volk dieses großartigen Landes aufgeworfen habt. Wir dürfen uns aber nicht von Bitterkeit oder Rachsucht leiten lassen. Das würde uns nicht zu besseren Simbabwern machen."

Die Probleme müssten beim nächsten Kongress der Regierungspartei ZanuPF diskutiert werden. Und natürlich gedenke er, den Parteitag im Dezember zu leiten. Zum Schluss nuschelte Mugabe eine Entschuldigung für die Fehler im Vortrag, schüttelte die Hände der Anwesenden und zog sich zurück.

Simbabwes Präsident Mugabe tritt nicht zurück
tagesthemen 22:45 Uhr, 19.11.2017, Thomas Denzel, ARD Johannesburg

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Wirr, aber doch deutlich

So wirr dieser Auftritt auch wirkte - er war eine Machtdemonstration. Vor Millionen von Zuschauern hatte er den Putsch-Generälen deutlich gemacht, dass er nicht daran denkt, sich ihnen zu beugen. Er sieht den Putsch als verfassungswidrig an - und weiß die afrikanische Staatengemeinschaft dabei hinter sich.

Wenige Stunden vor der Ansprache hatte Mugabes Partei ZanuPF ihn als Vorsitzenden abberufen und ausgeschlossen. Außerdem wurde ihm ein Ultimatum gestellt: "Kamerad Mugabe muss als Staatspräsident und Regierungschef Simbabwes zurücktreten. Sollte das bis Montagmittag nicht geschehen, wird das Parlament am Dienstag ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn einleiten, in Übereinstimmung mit der Verfassung Simbabwes."

Großer Jubel bei den Delegierten im Konferenzraum in der Parteizentrale der ZanuPF. Besonders laut wurde er, als auch der Parteiausschluss der First Lady Grace Mugabe angekündigt wurde.

Doch mittlerweile dürfte Ernüchterung eingekehrt sein: Viele Simbabwer sind nicht sicher, ob die ZanuPF-Parlamentarier nach der abendlichen Machtdemonstration Mugabes wirklich den Mut haben, ihn als Präsidenten abzusetzen. Das Ende der Ära Mugabe lässt noch auf sich warten.

Simbabwes Präsident Mugabe trotzt Ultimatum seiner Partei
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
20.11.2017 09:25 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 19. November 2017 die tagesschau um 20:00 Uhr und die tagesthemen um 22:45 Uhr.

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