Robert Mugabe | Bildquelle: Reuters

Machtübernahme in Simbabwe Kampf um Mugabes Nachfolge eskaliert

Stand: 15.11.2017 18:06 Uhr

Nachdem das Militär Simbabwes Präsidenten Mugabe unter Hausarrest gestellt hat, wenden sich immer mehr frühere Unterstützer von dem Staatschef ab. Ihre Forderung: Der 93-Jährige solle zurücktreten. Angeblich plant das Militär nun eine Übergangsregierung.

In Simbabwe ist der Kampf um die Nachfolge von Langzeitpräsident Robert Mugabe entbrannt. Das Militär hat die Macht an sich gerissen, der 93-jährige Staatschef wurde unter Hausarrest gestellt. Generalmajor Sibusiso Moyo sagt zwar, es handle sich nur um eine zeitweise Machtübernahme, nicht um einen Putsch. Doch immer mehr frühere Unterstützer Mugabes kehren dem Präsidenten den Rücken.

Simbabwe: Militär entmachtet Präsident Mugabe
tagesschau 20:00 Uhr, 15.11.2017, Thomas Denzel, ARD Johannesburg

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Kriegsveteranen fordern Mugabes Rücktritt

Die einflussreiche Vereinigung der Kriegsveteranen etwa forderte Mugabes Rücktritt von Partei- und Staatsführung. Es solle zudem eine Untersuchung der Straftaten geben, die der Staatschef während seiner Amtszeiten begangen habe, forderte Generalsekretär Victor Matemadanda. Er gilt als Verbündeter des kürzlich geschassten Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa.

Das Militär will offenbar verhindern, dass Mugabes 52-jährige Frau Grace an die Spitze des Staates rückt. Ihr Aufstieg und der ihr nachgesagte ausschweifende Lebensstil werden selbst von vielen Anhängern des Staatschefs abgelehnt. Generalmajor Moyo sagte, Verbrechen der "Kriminellen" um Mugabe hätten soziales und wirtschaftliches Leid verursacht. Die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden. "Sobald wir unsere Mission erfüllt haben, erwarten wir eine Rückkehr zur Normalität."

SchlüterInSüdafrika @jpschlueter
Würde gerne nach #Simbabwe reisen,um direkt von dort zu berichten.Aber int.Medien ohne Akkreditierung werden am Flughafen abgewiesen und zurückgeschickt✈️.Also erstmal weiter aus #Johannesburg.

Starke Militärpräsenz in der Hauptstadt

Im Zentrum von Simbabwes Hauptstadt Harare war nach der Intervention eine starke Militärpräsenz sichtbar, es blieb bislang jedoch friedlich. Der Amtssitz des Präsidenten und das Parlament waren zuvor von Soldaten abgeriegelt worden, sie kontrollierten auch wichtige Verkehrsadern. Soldaten nahmen Augenzeugen zufolge Finanzminister Ignatius Chombo fest. Zunächst unbestätigten Berichten zufolge sollen auch weitere Minister festgenommen worden sein.

Robert Mugabe | Bildquelle: dpa
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Mugabe ist Afrikas ältester Staatschef und regiert Simbabwe seit 37 Jahren mit harter Hand.

Militär plant angeblich Übergangsregierung

Die große Frage lautet nun, wie es in Simbabwe weitergeht. Es heißt, das Militär wolle eine Übergangsregierung schaffen. Zu der sollen neben Mnangagwa auch Oppositionspolitiker gehören. Bestätigt ist das noch nicht. Die Militärmachthaber haben sich noch nicht offiziell zu ihren Plänen geäußert.

Die politische Krise um die Nachfolge des seit 1980 regierenden Mugabe spitzt sich schon seit einigen Tagen zu, nachdem Mugabe seinen langjährigen Vizepräsidenten und möglichen Nachfolger Mnangagwa gefeuert hatte. Das Militär stand bislang immer stramm hinter Mugabe, doch es war auch Mnangagwa verbunden. Der gilt - ebenso wie Militärchef Constantino Chiwenga - als entschlossener Widersacher von Grace Mugabe, die ihrem Mann im höchsten Staatsamt nachzufolgen hofft.

Karte: Simbabwe mit der Hauptstadt Harare
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Simbabwe ist reich an Bodenschätzen, aber dennoch eines der ärmsten Länder Afrikas.

Bundesregierung warnt vor Gewalt

Die Bundesregierung rief alle Konfliktparteien zum Gewaltverzicht auf. "Erforderlich ist ein Dialog der Akteure, um eine Konfrontation zu vermeiden und zu einer friedlichen Lösung zu kommen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die deutsche Botschaft bleibt ebenso wie die Vertretungen anderer Staaten geschlossen. Deutschland, die USA und Großbritannien empfahlen ihren Staatsbürgern in Simbabwe, wegen der unsicheren Lage in den Häusern zu bleiben.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma kündigte an, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika einen Sondergesandten nach Simbabwe zu schicken. Dieser solle mit Mugabe und Armeevertretern zusammenkommen. Zuma erklärte, Mugabe habe ihm in einem Telefonat gesagt, dass er unter Hausarrest stehe. Es gehe ihm aber gut.

Simbabwes Armeechef Constantino Chiwenga | Bildquelle: AP
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Armeechef Constantino Chiwenga hatte Mugabes Regierung bereits am Montag gedroht.

Mugabe wirkte zuletzt gebrechlich

Lange war Mugabes Machtposition ungefährdet, die Nachfolge-Frage war tabu - trotz seines hohen Alters. Bei Auftritten in letzter Zeit war Mugabe nur noch schlecht zu verstehen, machte lange Pausen oder hielt die falsche Rede. Zuletzt wurde er immer wieder schlafend fotografiert. Er hatte jedoch angekündigt, sich 2018 um eine weitere Amtszeit zu bewerben. Simbabwe mit seinen etwa 15 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Staaten der Welt.

Militär in Simbabwe übernimmt die Kontrolle über das Land
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
15.11.2017 11:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 15. November 2017 NDR Info um 05:00 Uhr und die tagesschau um 06:00 Uhr und 09:00 Uhr.

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