Oppositionskandidat Nelson Chamisa | Bildquelle: dpa

Nach Wahl in Simbabwe Opposition legt Einspruch ein

Stand: 10.08.2018 18:37 Uhr

Nach der Wahl in Simbabwe hat die Opposition Einspruch gegen die Abstimmung eingelegt. Damit verzögert sich die für Sonntag geplante Vereidigung von Präsident Mnangagwa, bis das Gericht eine Entscheidung fällt.

Simbabwes größte Oppositionspartei hat die Wahl vom 30. Juli vor Gericht angefochten. Die Anwälte der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) legten kurz vor Gerichtsschluss Beschwerde gegen die ihnen zufolge manipulierte Wahl ein. Sie forderten eine Neuwahl oder eine Erklärung, dass der Oppositionsführer Nelson Chamisa die Wahl gewonnen habe.

Die Einreichung der Klage hat zur Folge, dass die für Sonntag geplante Vereidigung von Präsident Emmerson Mnangagwa sich bis zur Gerichtsentscheidung verzögert. Das Gericht hat 14 Tage Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.

Simbabwe Präsident Emmerson Mnangagwa | Bildquelle: AFP
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Präsident Mnangagwa war viele Jahre die rechte Hand des früheren Machthabers Mugabe.

Sechs Tote bei Protesten

Die Abstimmung vergangene Woche war die erste Wahl nach der jahrzehntelangen Ära des autokratisch regierenden Präsidenten Robert Mugabe. Der 94-Jährige war im November infolge eines Militärputsches zurückgetreten.

Mnangagwa, Mugabes Vertrauter und früherer Vize, entschied die Wahl mit seiner Regierungspartei Zanu-PF laut Wahlkommission knapp für sich. Chamisa warf ihm Wahlbetrug vor. EU-Wahlbeobachter bezeichneten die Abstimmung insgesamt als frei, aber nicht fair - weil die Regierung auf staatliche Medien und Gelder zurückgreifen konnte.

Zwei Tage nach der Wahl kam es bei Protesten zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften, Berichten zufolge schossen Soldaten mit scharfer Munition auf Demonstranten. Sechs Menschen starben. Menschenrechtler warfen Polizei und Militär vor, seit der Wahl hart gegen Mitglieder und Unterstützer der Opposition vorgegangen zu sein.

Der führende Oppositionspolitiker Tendai Biti wurde am Donnerstag in Zusammenhang mit den blutigen Protesten wegen Anstiftung zur Gewalt angeklagt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2018 um 23:27 Uhr.

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