Flüchtlinge in der Schweiz | Bildquelle: REUTERS

Kostenbeteiligung an Asylverfahren Schweiz nimmt Flüchtlingen Geld ab

Stand: 15.01.2016 15:37 Uhr

Die Schweiz beteiligt Flüchtlinge an den Kosten der Asylverfahren. Laut einem Bericht des Schweizer Fernsehens müssen Flüchtlinge nach ihrer Einreise alle Vermögenswerte über 1000 Franken abgeben. Das sei im Asylgesetz so geregelt.

Flüchtlinge in der Schweiz müssen nach ihrer Einreise alle Vermögenswerte über 1000 Franken (umgerechnet gut 900 Euro) an die Behörden abgeben. Damit will das Land sie an den Kosten ihres Aufenthalts beteiligen. Wie das öffentlich-rechtliche Schweizer Fernsehen berichtet, ist dieses Verfahren laut dem Asylgesetz erlaubt.

Flüchtling musste mehr als die Hälfte seines Geldes abgeben

Der TV-Sender berichtet von einem Flüchtling, der bei seiner Einreise in die Schweiz knapp 2400 Franken besaß. In dem Beitrag erzählt der Mann, dass ihn die Polizei kontrolliert und festgenommen habe. Anschließend hätten ihm die Beamten fast 1400 Franken abgenommen und eine entsprechende Quittung ausgestellt.

Behörden bestätigen Praxis

Das Staatssekretariat für Migration in Bern bestätigte die generelle Praxis. Das Gesetz schreibe vor, dass Flüchtlinge sich an Verfahrens- und Vollzugskosten beteiligen sowie Sozialhilfegelder zurückzahlen, soweit dies für sie möglich sei. Zum Beispiel müssten Flüchtlinge im Falle einer Arbeitsaufnahme zehn Prozent ihres Lohnes abgeben. Wer innerhalb von sieben Monaten wieder ausreise, bekomme das eingezogene Geld zurück, heißt es.

Die 1000 Franken Regel - Schweiz kassiert Flüchtlinge ab
H.-J. Maurus, ARD Zürich
15.01.2016 15:42 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Dieser Beitrag lief am 15. Januar 2016 um 17:45 Uhr auf NDR Info.

Darstellung: