Polizisten stehen nach einer Schießerei vor der YouTube-Zentrale | Bildquelle: AP

Schüsse in Firmenzentrale Wut auf YouTube als Motiv?

Stand: 04.04.2018 15:13 Uhr

Nach den Schüssen im YouTube-Hauptquartier verdichten sich die Hinweise, dass die Täterin aus Hass auf die Videoplattform handelte. Die vegane Aktivistin habe sich unfair behandelt gefühlt, so ihr Vater und die Polizei.

Offenbar aus Hass auf YouTube hat eine Frau im Hauptsitz der Videoplattform in Kalifornien drei Personen mit Schüssen verletzt und sich selbst getötet. Die 39-Jährige habe geglaubt, sie werde von dem Unternehmen unterdrückt, verlautete aus Polizeikreisen. Ihr Vater berichtete, sie habe YouTube "gehasst".

Die vegane Aktivistin hatte in einem Hof der Unternehmenszentrale bei San Francisco mehrere Schüsse abgegeben. Der Gesundheitszustand eines 36-Jährigen sei kritisch und der einer 32-Jährigen ernst, sagte ein Krankenhaussprecher. Die Schützin gab nach Augenzeugenberichten etwa 40 Schüsse ab, bevor sie sich selbst tötete. Wie die Polizei mitteilte, habe es keinerlei persönliche Bekanntschaft zwischen der Schützin und den drei Opfern gegeben - zuvor hatte es Berichte über eine Beziehungstat gegeben.

Schießerei in Youtube-Zentrale
tagesschau 17:00 Uhr, 04.04.2018

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Wut auf YouTube und Verschwörungstheorien

Auch zum Hintergrund der mutmaßlichen Täterin gaben die Ermittler Details bekannt. So habe die Schützin online ein Pseudonym verwendet und seit längerem einen Streit mit YouTube geführt. Auf ihrer Webseite wurden unter diesem Pseudonym die Regeln der Videoplattform angeprangert und dem Unternehmen Zensur vorgeworfen. "YouTube hat meine Kanäle gefiltert, um zu verhindern, dass sie angeschaut werden", heißt es in einem der Einträge auf der Seite. "Es gibt keine gleichen Wachstumsmöglichkeiten auf YouTube oder irgendeiner anderen Video-Sharing-Seite. Dein Kanal wird wachsen, wenn sie es wollen."

Sie äußerte dort auch allerlei Verschwörungstheorien und beschuldigt Mitarbeiter von YouTube, sie wollten sie daran hindern, Videos zu produzieren. Einen Metallgegenstand, der nach ihren Angaben in ihrem Autoreifen steckte, wertete sie als Mordversuch von "anti-veganen Kriminellen".

Ihr Vater berichtete dem Zeitungsverbund Bay Area News Group vom Hass seiner Tochter auf das Unternehmen. Sie sei wütend gewesen, dass YouTube sie nicht mehr für die Videos bezahlt habe, die sie auf der Seite veröffentlicht habe. Auf der Website findet sich ein entsprechender Eintrag: "Meine Entlohnung für 300.000 Clicks ist zehn Cent?????"

Polizisten am YouTube-Hauptquartier in San Bruno | Bildquelle: AFP
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Bis zu 1000 Menschen waren zum Zeitpunkt der Tat in der YouTube-Zentrale.

Als verschwunden gemeldet

Am Montag habe er sie als vermisst gemeldet, nachdem sie zwei Tage lang nicht an ihr Telefon gegangen sei, sagte der Vater der mutmaßlichen Schützin. Als die Polizei in der Nacht zum Dienstag bei der Familie angerufen und berichtet habe, sie sei schlafend in einem Auto entdeckt worden, habe er gewarnt, dass seine Tochter in die Zentrale von YouTube in San Bruno kommen könnte, weil sie den Konzern hasse.

Die Tatverdächtige lebte nach Angaben aus Polizeikreisen in San Diego. In einem Beitrag der Zeitung "San Diego Union-Tribune" wurde sie 2009 zu einem Protest von Tierschützern befragt. Dabei sagte sie: "Für mich kommen Tierrechte den Menschenrechten gleich."

Mehr als 1000 Mitarbeiter in Hauptqartier

YouTube ist ein Tochterunternehmen von Google. Google-Chef Sundar Pichai sprach nach dem Vorfall in einem Schreiben an die Angestellten von einer "unvorstellbaren Tragödie". YouTube-Chefin Susan Wojcicki twitterte, es gebe "keine Worte" für das Geschehene.

Sundar Pichai @sundarpichai
There are no words to describe the tragedy that occurred today. @SusanWojcicki & I are focused on supporting our employees & the @YouTube community through this difficult time together. Thank you to the police & first responders for their efforts, and to all for msgs of support.

Am Hauptquartier der Online-Videoplattform YouTube bei San Francisco arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter in mehreren Gebäuden. "Heute fühlt es sich an, als ob die gesamte YouTube-Gemeinde, alle Angestellten, Opfer dieses Verbrechens waren", sagte Chris Dale, Sprecher von YouTube. "Unsere Herzen sind bei all jenen, die gelitten haben."

Suche nach Motiv für Schießerei in YouTube-Hauptquartier
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
04.04.2018 19:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 03. April 2018 um 00:20 Uhr und tagesschau24 am 04. April 2018 um 11:00 Uhr.

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