Ein Schiff im Hafen von Aden im Jemen | Bildquelle: REUTERS

Ankündigung von Saudi-Arabien Ende der Blockade im Jemen?

Stand: 13.11.2017 09:03 Uhr

Seit einer Woche ist der Jemen größtenteils von der Außenwelt abgeriegelt, weil Saudi-Arabien die Flug- und Seehäfen des Landes blockiert. Nun will Riad einlenken und innerhalb von 24 Stunden wieder die Versorgung der leidenden Bevölkerung ermöglichen.

Saudi-Arabien will die Blockade jemenitischer Flug- und Seehäfen aufheben, sofern sie unter Kontrolle der international anerkannten Regierung stehen. In einer Erklärung der UN-Botschaft des Landes hieß es, der Prozess der Öffnung werde 24 Stunden dauern. Er gelte für die Häfen in Aden, Motscha und Mukalla.

Häfen in umkämpften oder von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebieten könnten folgen, wenn dort Expertenteams der UN Vorkehrungen getroffen hätten, dass "der Iran und iranische Komplizen der Huthi-Rebellen keine Waffen, Munition, Raketenteile und Bargeld" einschmuggeln können. Die Huthis werden vom Iran unterstützt. Die USA beschuldigen sie, Waffen aus dem Land zu beziehen. Die Huthis kontrollieren die größten Teile im Norden des Jemen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa.

Seit 2015 kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte und von den USA unterstützte Militärkoalition gegen die Rebellen. Ihr Ziel ist es, die international anerkannte Regierung im Jemen wieder zurück an die Macht zu bringen.

Karte: Die Meeresenge Bab al-Mandab vor dem Jemen.
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Die Meeresenge Bab al-Mandab vor dem Jemen.

Hungersnot befürchtet

Die vor einer Woche gestartete Blockade war eine Reaktion von Saudi-Arabien auf einen Raketenbeschuss aus dem Jemen. Das Geschoss war am 4. November nahe der Hauptstadt Riad abgefangen worden.

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock hatte am Mittwoch vor der "größten Hungersnot seit Jahrzehnten" gewarnt, wenn Riad die Blockade nicht aufhebe. Der Krieg im Jemen hat laut UN die "schlimmste humanitäre Krise der Welt" ausgelöst. Sieben Millionen Menschen stehen demnach kurz vor einer Hungersnot, insgesamt leiden 17 Millionen Menschen unter einer unsicheren Ernährungslage. Seit April starben bereits mehr als 2000 Menschen an Cholera.

Nach scharfen Warnungen der UN waren am Mittwoch der Hafen in Aden und am Donnerstag ein Grenzübergang wieder geöffnet worden. Die UN hatten gefordert, die Blockade aller Häfen für humanitäre und kommerzielle Lieferungen aufzuheben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. November 2017 um 10:15 und 11:15 Uhr in den Nachrichten.

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