Tatort in San Bernardino | Bildquelle: AFP

Schießerei in Kalifornien FBI stuft Attacke als Terrorakt ein

Stand: 05.12.2015 05:44 Uhr

Das FBI geht bei den Schüssen im kalifornischen San Bernardino mit 14 Toten von Terrorismus als Motiv aus. Es gebe Beweise für umfangreiche Planungen. Kaum war diese Einschätzung öffentlich, war sie bereits Thema im US-Wahlkampf. Am lautesten: Donald Trump.

Die US-Bundespolizei FBI hat nach der Attacke von San Bernardino Terrorermittlungen aufgenommen. Die bisherigen Erkenntnisse deuteten auf einen terroristischen Hintergrund hin, sagte ein FBI-Sprecher bei einer Pressekonferenz. Es gebe "Beweise" für umfangreiche Planungen der Tat, sagte der für Los Angeles zuständige Vize-FBI-Direktor David Bowdich vor Journalisten.

Eine Verbindung zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sei jedoch zunächst nicht gefunden worden. "Wir können das aber noch nicht abschließend beantworten", sagt Bowdich.

FBI stuft Angriff als Terrorakt ein
Ina Ruck, ARD Washington, 05.12.2015

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FBI untersucht Facebook-Eintrag

Das FBI bestätigte, dass es einen Facebook-Eintrag untersucht, in dem die Täterin, Tashfeen M., dem IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi ihre Treue geschworen haben soll. Der Eintrag stammt vom Zeitpunkt der Schießerei, ist aber unter einem anderen Namen verfasst. Tashfeen M. ist in Pakistan geboren und kam erst voriges Jahr aus Saudi-Arabien in die USA. Sie wird als streng religiös beschrieben, trug Burka und verließ offenbar die Wohnung kaum.

Nach Angaben des FBI gibt es bislang jedoch keine Hinweise darauf, dass M. und ihr Mann Syed F. Teil einer Terrorzelle war. Es sei aber möglich, dass das Paar sich den Zielen der Terrormiliz IS verbunden gefühlt und auf eigene Faust gehandelt hätte.

Trump nutzt Terroreinstufung für Wahlkampf

Die neue Einstufung des Massakers wird in den USA bereits für den Wahlkampf missbraucht. Bislang hatte sich US-Präsident Barack Obama mit der Einstufung der Tat als Terrorakt zurückgehalten. Vielmehr hatte er den Fokus auf das amerikanische Waffenrecht gelegt, dass angesichts der zahlreichen Massenschießereien und Amokläufe in seinen Augen verschärft werden muss.

Für den republikanischen Aspiranten im Präsidentschaftswahlkampf, Donald Trump, stand dagegen fest: "Das ist radikal-islamistischer Terrorismus. Der Präsident weigert sich, es beim Namen zu nennen."

Muslimische Verbände kritisieren die Terroreinstufung
R. Büllmann
05.12.2015 09:45 Uhr

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Erhöhte Wachsamkeit und Hotlines

Im ganzen Land herrscht seit den neuen Erkenntnissen erhöhte Wachsamheit. Das FBI richtete eine Hotline ein, bei der Amerikaner alles melden können, was zur Aufdeckung der Tat beitragen könnte.

US-Ermittler beobachten derzeit rund 900 Verdächtige US-Bürger, die als Sympathisanten der Terrormiliz IS gelten. Es gelte nun, besonders mit der Muslimischen Gemeinde zusammenzuarbeiten, sagte ein Polizeisprecher. "Ich hoffe, dass jeder Polizeichef in diesem Land auf die Führer der moslemischen Gemeinde zugeht und sagt: Wir müssen jetzt zusammenarbeiten."

(Mit Informationen von Antje Passenheim, ARD-Hörfunkstudio Washington und Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles)

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