Krankenhaus-Schild in Salisbury | Bildquelle: REUTERS

Alarm in Salisbury "Kontakt mit unbekannter Substanz"

Stand: 04.07.2018 13:48 Uhr

In Salisbury sind zwei Menschen bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Polizei vermutet eine "unbekannte Substanz" als Ursache - die Anti-Terror-Einheit ermittelt. Ein neuer Fall Skripal?

Im britischen Salisbury sind zwei Menschen nach Kontakt mit einer "unbekannten Substanz" ins Krankenhaus eingeliefert worden. Beide schwebten in Lebensgefahr, teilte die Polizei mit.

Der Mann und die Frau wurden in Amesbury gefunden. Das Dorf liegt wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter im März Opfer eines Giftanschlags geworden waren. Die Polizei der Grafschaft Wiltshire bewertet den Vorfall als "schwerwiegend". Wie das britische Boulevard-Blatt "Sun" unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, sollen die beiden ähnliche Symptome zeigen wie die Skripals.

Anti-Terror-Einheit ermittelt

Die Behörden erklärten, die Anti-Terror-Einheit der Polizei habe die Ermittlungen in dem Fall übernommen. "Mit Blick auf die jüngsten Vorfälle in Salisbury arbeiten die Spezialeinheiten eng mit den örtlichen Polizeibehörden zusammen", erklärte Scotland Yard.

"Kontakt mit einer unbekannten Substanz"

Die Betroffenen, die beide etwa 40 Jahre alt sind, waren den Angaben zufolge bereits am Samstag bewusstlos in einem Haus in Amesbury gefunden worden, das etwa zwölf Kilometer von Salisbury entfernt ist. Beide werden nun im Krankenhaus in Salisbury behandelt.

Die Polizeibeamten waren den Angaben zufolge zunächst davon ausgegangen, dass die beiden Betroffenen verunreinigte Drogen wie Heroin oder Crack genommen hatten. Nun soll es weitere Untersuchungen geben, "um die Substanz zu ermitteln, die dazu geführt hat, dass diese Patienten krank geworden sind", erklärte die Polizei.

Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Die Orte, an denen sich die beiden Betroffenen vorher aufgehalten hatten, wurden abgesperrt. In Amesbury und Salisbury wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Gesundheitsbehörden gehen nach Angaben eines Sprechers aber nicht davon aus, dass eine "erhebliche Gesundheitsgefahr für die breite Öffentlichkeit" besteht.

Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Bank in Salisbury gefunden worden und lagen danach wochenlang im Krankenhaus. Die britische Regierung macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich und geht davon aus, dass dabei ein Nervengift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Russland weist die Vorwürfe vehement zurück. Der Fall führte zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen Russland und Großbritannien.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Juli 2018 um 07:45 Uhr, 09:15 Uhr und 10:45 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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