Kreml in Moskau | Bildquelle: picture alliance / dpa

Reaktion auf US-Sanktionen Moskau kündigt "harte Antwort" an

Stand: 07.04.2018 07:24 Uhr

Der Konflikt zwischen den USA und Russland verschärft sich zusehends: Der Kreml schlägt nach den erneuten Sanktionen aus Washington harsche Töne an, spricht sogar von "Diebstahl".

Die russische Regierung hat mit scharfer Kritik auf die jüngsten Sanktionen der USA reagiert. Sie sehe sich einem "anti-russischen Angriff" ausgesetzt, auf den Russland eine "harte Antwort" geben werde.

Die USA hatten am Freitag Strafmaßnahmen gegen mehrere russische Oligarchen, Regierungsmitglieder und Unternehmen verhängt: Darunter 17 ranghohe Vertreter des Kreml und sieben Geschäftsleute, die die USA zum "inneren Zirkel" des russischen Präsidenten Wladimir Putin zuordnen. Auch Putins Schwiegersohn Kirill Schamalov zählt zu den betroffenen Personen. Mögliche Vermögenswerte und Konten der Betroffenen in den USA sollen eingefroren werden, zudem ist es US-Bürgern verboten, mit ihnen Geschäfte zu machen.

Russland setzt Sanktionen mit Diebstahl gleich

In einer Erklärung des russischen Außenministeriums wurde die "Beschlagnahme von Privateigentum und Geld" mit "Diebstahl" gleichgesetzt. Die neuen Strafmaßnahmen sollten nur darauf abzielen, "Konkurrenten am Weltmarkt zu eliminieren". Doch die USA müssten begreifen, dass sich Russland "durch keinerlei Zwangsmaßnahmen von seinem Kurs abbringen lassen wird".

Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist bereits massiv angespannt. Schon im März hatten die USA Sanktionen gegen Russland verhängt. Hintergrund sind die Vorwürfe, Russland habe den US-Wahlkampf 2016 durch Hackerangriffe manipuliert.

US-Finanzminister Steven Mnuchin steht hinter einem Rednerpult. | Bildquelle: AP
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Begründete die Sanktionen auch mit vermeintlichen russischen Hackerangriffen: US-Finanzminister Mnuchin.

USA sprechen von "boshaften Aktivitäten" Russlands

Doch Anlass für die erneuten Sanktionen sei nicht nur der Verdacht der russischen Cyberattacken, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin. Zu den "boshaften Aktivitäten" Moskaus gehörten demnach die anhaltende Besetzung der Krim-Halbinsel, das Anheizen des Konflikts im Osten der Ukraine, die Unterstützung der Regierung von Syriens Machthaber Bashar al-Assad.

Zudem belastet der Fall des Ex-Spions Sergej Skripal, der in Großbritannien noch immer gegen die gesundheitlichen Folgen eines Giftanschlags kämpft, die amerikanisch-russischen Beziehungen. Die USA stellten sich im Streit, wer für den Angriff verantwortlich ist, hinter Großbritannien, das Russland in der Schuld sieht. Washington wies als Konsequenz 60 russische Diplomaten aus. Der Kreml ordnete als Reaktion an, bis Anfang April müssten ebenso viele US-Diplomaten aus Russland ausreisen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. April 2018 um 15:00 Uhr.

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