Ermittlungen nach Flugzeugabsturz über dem Schwarzen  Meer | Bildquelle: dpa

Absturz im Schwarzen Meer Flugschreiber der Tupolew geborgen

Stand: 27.12.2016 08:28 Uhr

Taucher haben im Schwarzen Meer den Flugschreiber der am Sonntag abgestürzten Militärmaschine geborgen. Die russische Regierung geht bislang davon aus, dass die Tupolew aufgrund eines Pilotenfehlers oder wegen technischen Versagens ins Meer stürzte.

Drei Tage nach dem Absturz der russischen Militärmaschine über dem Schwarzen Meer haben Einsatzkräfte den Flugschreiber gefunden. Das Gerät sei etwa eineinhalb Kilometer von der Küste entfernt geborgen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es sollte zur Auswertung nach Moskau geflogen werden. Flugschreiber, Blackboxes, sind an Bord von Flugzeugen mitgeführte Aufzeichnungsgeräte, die die relevanten Flugdaten sowie akustischen Informationen aus dem Cockpit speichern.

Staatstrauer in Russland nach Flugzeugabsturz
tagesschau 20:00 Uhr, 26.12.2016, Golineh Atai, ARD Moskau

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Zwölf Leichen geborgen

Am Montag hatten Taucher die ersten Trümmer der Maschine geortet. Bislang seien zudem 16 Leichen geborgen worden sowie Leichenteile, die nun identifiziert werden müssten, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Die Maschine vom Typ Tupolew Tu-154 mit 92 Menschen an Bord war am Sonntagmorgen auf dem Weg zu russischen Soldaten in Syrien kurz nach dem Start in Sotschi ins Schwarze Meer gestürzt. Unter den Passagieren waren auch Mitglieder des weltbekannten Alexandrow-Militärchores sowie die für ihre wohltätige Arbeit bekannte russische Ärztin Jelisaweta Glinka und mehrere Journalisten. Die Musiker sollten für russische Soldaten in Syrien ein Neujahrskonzert geben.

Bislang keine Hinweise auf Anschlag

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen möglichen Terroranschlag oder Sabotage als Ursache für den Absturz der Maschine. Die russische Regierung geht von einem Pilotenfehler aus oder von technischem Versagen. Die Agentur Interfax zitierte einen nicht genannten Behördenvertreter, der berichtete, dass weder an den Trümmerteilen noch an den Toten Spuren von Sprengstoff gefunden worden sei.

Warum ist die Blackbox so wichtig?

In der Blackbox eines Flugzeugs befindet sich der Flugdatenschreiber, der sämtliche technische Daten der letzten 25 Stunden wie Flughöhe, Geschwindigkeit und Kurs speichert. Sie enthält außerdem den Stimmenrekorder, der die Gespräche der Piloten und alle anderen Geräusche im Cockpit aufzeichnet - in der Regel aber nur die der letzte halbe Stunde, danach werden alle Daten gelöscht.

Damit die Datenträger einen Absturz, hohe Temperaturen und hohen Wasserdruck überstehen, sind sie durch eine Stahlummantelung geschützt. Um die Blackbox nach einem Unglück leichter zu finden, sendet sie ein akustisches Signal aus. Der Akku hält allerdings nur etwa einen Monat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Dezember 2016 um 20:00 Uhr und am 27. Dezember u.a. um 09:00 Uhr.

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