Tupolew Tu-154 | Bildquelle: dpa

Tupolew-154 Russisches Flugzeug über Schwarzem Meer abgestürzt

Stand: 25.12.2016 11:18 Uhr

Ein Flugzeug des russischen Militärs ist kurz nach dem Start über dem Schwarzen Meer abgestürzt. An Bord waren 92 Menschen, darunter ein bekannter Armeechor. Die Maschine hatte in Sotschi einen Zwischenstopp eingelegt und war unterwegs nach Syrien.

Ein Flugzeug des russischen Militärs mit einem Armeechor an Bord ist auf dem Weg nach Syrien über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Die Maschine war am frühen Morgen in Adler, dem Flughafen von Sotschi in Südrussland, gestartet, wie das Verteidigungsministerium des Landes mitteilte. Sieben Minuten nach dem Start verschwand sie von den Radarschirmen.

An Bord des Flugzeugs Tupolew Tu-154 waren demnach 92 Menschen, darunter acht Mitglieder der Besatzung, 64 Chormitglieder sowie Mitarbeiter des russischen TV-Senders "Kanal 1" und der Militärzeitschrift "Swjesdy". Ursprünglich war von 91 Menschen an Bord die Rede gewesen.

Suche nach den Opfern

Rettungskräfte suchten mit Schiffen, Helikoptern und Drohnen nach Opfern und Überlebenden. Trümmer des Flugzeugs und Gepäckteile wurden in einer Entfernung von 1,5 bis fünf Kilometer vor der Küste entdeckt.

Ein ranghoher Parlamentsabgeordneter schloss einen terroristischen Hintergrund aus. Die Ursache könnte möglicherweise eine technische Panne oder ein Fehler der Besatzung gewesen sein, sagte Viktor Oserow, der Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des russischen Föderationsrats. Terror komme allein deshalb schon nicht in Frage, weil die Maschine nur vom Militär genutzt worden sei. Über die Unglücksursache ist noch nichts bekannt.

Die 64 Mitglieder des Alexandrow-Chores waren auf dem Weg nach Syrien, um auf der russischen Luftwaffenbasis Hmeimim bei Latakia ein Neujahrskonzert zu geben, meldeten russische Agenturen.

Tupolew-154 und russische Kampfjets | Bildquelle: AFP
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Eine Tupolew-154 und Kampfjets der russischen Armee auf einem Flug von Syrien nach Russland.

Chor mit langer Tradition

Das Alexandrow-Ensemble, das auf russischen Luftwaffenbasis Hmeimim bei Latakia ein Neujahrskonzert geben sollte, ist ein mehrfach ausgezeichneter Soldatenchor, der bereits 1928 gegründet wurde. Gründer war Alexander Alexandrow, der 1943 die Nationalhymne der Sowjetunion komponierte, die heute die Nationalhymne Russlands ist. Alexandrow starb 1946 in Berlin bei einer Auslandstournee mit seinem Chor.

Das ursprünglich aus einem Dutzend Soldaten bestehende Ensemble ist mit den Jahren größer geworden. Zu dem Chor haben sich ein Orchester und und eine Tanzgruppe hinzugesellt. Es ist inzwischen das größte Militär-Künstlerensemble Russlands. Zum Repertoire gehören überwiegend Kirchenlieder sowie traditionelle russische Volkslieder und -Tänze. Es handelt sich um Lieder russischer Komponisten, klassische Werke russischer und ausländischer Komponisten, aber auch um weltbekannte Meisterwerke der Popmusik.

Der Militärchor Alexandrow-Ensemble | Bildquelle: dpa
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Das Alexandrow-Ensemble war unterwegs, um mit den russischen Einheiten in Syrien den Neujahrstag zu feiern.

Reger Flugverkehr zur Truppenversorgung

Die Tupolew-154 ist ein dreistrahliges Flugzeug, von dem zwischen 1968 bis 2013 mehr als 950 Exemplare ausgeliefert wurden. Es ist für 150 bis 180 Passagiere ausgelegt.

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg aufseiten des Präsidenten Baschar al-Assad. Zur Versorgung der Basis Hmeimim einen regen Luftverkehr betreibt das Verteidigungsministerium einen regen Luftverkehr. Dabei werden auch alternde Zivilflugzeuge wie die Tupolew eingesetzt. Anfang Mai hatte das Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen.

Über dieses Thema berichteten tagesschau24 am 25. Dezember 2016 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 10:10 Uhr.

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