Doping Spritzen IAAF

Russlands Schreiben an die WADA "Inakzeptable Manipulationen"

Stand: 25.05.2018 19:56 Uhr

Russland hat in einem Schreiben an die Welt-Anti-Doping-Agentur offenbar erstmals Doping eingestanden, ein staatlich gelenktes Manipulationssystem aber weiterhin nicht bestätigt. Auch den McLaren-Bericht lehnt man weiter ab.

In einem Brief an die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat Russland laut einem Zeitungsbericht erstmals Doping eingestanden. Ein staatlich gelenktes Manipulationssystem bestätigte Russland jedoch nicht. "Die ernsthafte Krise, die den russischen Sport belastet hat, wurde von inakzeptablen Manipulationen des Anti-Doping-Systems verursacht, die von Untersuchungen unter der Federführung der WADA und des IOC aufgedeckt wurden", heißt es in einem Brief, aus dem die französische Sportzeitung "L'Equipe" zitiert.

Unterzeichnet hat das Schreiben, der Zeitung zufolge, der russische Sportminister Pavel Kolobkow, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Anlander Schukow und der Präsident des Paralympischen Komitees Wladimir Lukin.

Kolobkow betonte, dass Russland bereit für Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen sei. "Denn wir sind für eine gemeinsame Entwicklung des Sports", sagte Kolobkow. Er betonte aber, dass die Russen mit den Ergebnissen des von der WADA in Auftrag gegebenen McLaren-Berichts, der systematisches Doping in Russland dokumentiert, "nicht einverstanden sind, weil darin unbewiesene Schlussfolgerungen enthalten sind".

Der Präsident des Russischen Olympischen Komitees, Alexander Schukow, mit russischen Athleten.
galerie

Auch der Präsident des Russischen Olympischen Komitees, Alexander Schukow, - hier mit russischen Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio - soll den Brief unterschrieben haben.

Diese könnten ausschließlich durch ein Gericht und nach einer erschöpfenden Untersuchung bewiesen werden. Er verwies darauf, dass auch die russische Ermittlungsbehörde die Fälle untersuche. Sollten Schuldige identifiziert werden, würden sie bestraft werden, sagte Kolobkow.

"Ermutigende Entwicklung"

Die WADA kündigte an, dass die zuständige Kommission die Inhalte des Schreibens bei ihrem nächsten Treffen am 14. Juni behandeln und eine Empfehlung für das Exekutivkomitee geben werde. WADA-Präsident Craig Reedie hatte das Schreiben aus Russland als "ermutigende Entwicklung" bezeichnet.

Russland strebt eine Aufhebung der im November 2015 verhängten Suspendierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur RUSADA an. Als eine Voraussetzung dafür hatte die WADA die Anerkennung des McLaren-Berichts festgelegt. Von der Wiederaufnahme der Arbeit der RUSADA wiederum hängt wesentlich die komplette Rückkehr Russlands in den Weltsport ab.

"Bedeutende Reformen in Gange"

In dem Schreiben wird zudem betont, dass Russland die Lehren aus den Untersuchungen der WADA gezogen habe. "Wir möchten Ihnen versichern, dass alle betroffenen Organisationen die notwendigen Maßnahmen ergriffen haben, um die Einhaltung der Anti-Doping-Regeln zu fördern", heißt es in dem Brief. "Bedeutende Reformen sind im Gange. Wir sind zuversichtlich, dass sie den Anti-Doping-Kampf in unserem Land wirksamer machen werden."

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version waren die einschränkenden Äußerungen des russischen Sportministers nicht enthalten, weil sie uns noch nicht bekannt waren. Der Tenor war deswegen anders. Die Version beruhte wie die aktuelle, ergänzte Version auf entsprechenden Meldungen der Nachrichtenagentur dpa.

Darstellung: