Wahlsieger Paul Kagame | Bildquelle: AFP

Wahl in Ruanda Kagame zum Dritten

Stand: 05.08.2017 11:11 Uhr

Auf die beiden Gegenkandidaten entfielen zusammen weniger als zwei Prozent: Paul Kagame, der langjährige Präsident von Ruanda, hat sich mit großer Mehrheit seine dritte Amtszeit gesichert. Der 59-Jährige will auf das Erreichte aufbauen.

Präsident Paul Kagame hat sich bei der Wahl in Ruanda eine dritte Amtszeit gesichert. Nach Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmen liege er bei mehr als 98 Prozent, teilte die nationale Wahlkommission mit.

Die beiden Gegenkandidaten kamen demnach auf jeweils weniger als ein Prozent.

"Der Sieg gehört den Ruandern"

Kagame trat in der Parteizentrale bereits vor jubelnde Anhänger. Er forderte alle Ruander auf, zusammenzuarbeiten. "Der Sieg gehört den Ruandern, die ihr Vertrauen in mich gelegt haben", sagte er. Er verspreche, auf den bisherigen Errungenschaften aufzubauen und das Land umzuwandeln.

Kagame war zum dritten Mal angetreten. Um das tun zu dürfen, ließ er 2015 über eine Verfassungsänderung abstimmen, die mit großer Mehrheit angenommen wurde. Nun darf er theoretisch bis 2034 im Amt bleiben.

Arm, aber aufstrebend

Der 59-Jährige erhält viel Zuspruch aus der Bevölkerung: Kagame gilt als Garant für wirtschaftliches Wachstum und Stabilität.

Ruanda ist immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Die meisten der rund elf Millionen Einwohner leben auf dem Land, verdienen fast nichts. Trotzdem: Laut Weltbank sind mittlerweile nur noch zwei Länder auf dem Kontinent für Investoren attraktiver, als der kleine Staat in Ostafrika.

Effiziente Regierungsführung war der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Aber die hat eine Kehrseite: Die Regierung ist nicht nur effizient, sondern auch autoritär. Von demokratischen Verhältnissen kann also kaum die Rede sein.

Mit Informationen von Bettina Rühl, ARD-Studio Nairobi

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2017 um 09:55 Uhr.

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