Prinz Harry interviewt den früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama. | Bildquelle: dpa

Harry interviewt Obama Der Prinz und der Ex-Präsident

Stand: 27.12.2017 14:35 Uhr

Prinz Harry als Radiomoderator der BBC - zumindest für drei Stunden. In denen brachte er echte Größen ins Programm: Zu seinen Interviewgästen gehörte auch Ex-US-Präsident Obama. Der erzählte von seinem Leben danach.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Jetzt habe er endlich das mit dem Kaffee verstanden und warum die Radioleute immer so viel davon trinken, freute sich Prinz Harry um kurz vor neun Uhr - nach drei Stunden Live-Sendung. Einmal im Jahr lädt BBC 4, das Wort- und Informationsprogramm des britischen Senders, einen Gast-Redakteur ein. Er darf die Sendung "Today" mitgestalten, die jeden Werktag morgens von sechs bis neun Uhr läuft und dabei von mehr als sieben Millionen Menschen gehört wird.

Harrys Herzensthemen: Umwelt, Wohltätigkeit, Armee

Prinz Harry holte die Themen ins Programm, die ihm wichtig sind, und die Menschen vor das Mikro, an die wahrscheinlich nur er herankommt - etwa seinen Vater, Prinz Charles. Mit ihm sprach er über eines der Lieblingsthemen, das beide bewegt: den Schutz der Umwelt. "In all den Jahren habe ich versucht, dir und deinen Kindern, meinen Enkelkindern - und das gilt für alle anderen auch - eine Welt zu hinterlassen, in der es sich zu leben lohnt. Die allen eine Chance bietet, die für jeden genug zu essen hat und die wir gleichzeitig bewahren können", sagte Charles.

Prinz Harry sitzt für die Aufzeichnung eines Interviews seinem Vater Charles gegenüber. | Bildquelle: dpa
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Mit seinem Vater Charles sprach Harry vor allem über den Schutz der Umwelt.

Monatelang hatte Harry das Programm vorbereitet, ein Radio-Tagebuch bei den "Invictus Games" geführt - dem Sportwettkampf für Kriegsversehrte, den er ins Leben gerufen hat.

Und Interviews zeichnete er auf, zum Beispiel mit dem früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Die Tage haben sich für ihn sehr angenehm verändert, gestand Obama in seinem ersten Interview seit der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Donald Trump. Zum Beispiel wache er später auf, und es sei wundervoll, den Tag selbst unter Kontrolle zu haben, was bei einem Präsidenten nicht gehe.

Ein "befriedigendes Gefühl" - trotz Abschied als Präsident

Er vermisse sein Team, erzählt Obama weiter. Es sei auch vieles liegen geblieben, was er gern noch weiterbearbeitet hätte. Aber als er im Hubschrauber Trumps Amtseinführung verließ, da sei sein erster Gedanke ein anderer gewesen: "Das erste, was ich dachte, als ich da meiner Frau Michelle gegenüber saß, war, wie dankbar ich ihr bin. Sie ist von Natur aus eigentlich nicht in der Politik zu Hause, und sie ist diesen ganzen Weg mit mir gegangen. Unsere Beziehung ist intakt, unsere Ehe hat keinen Schaden genommen, unsere Töchter werden wunderbare junge Frauen - das war ein befriedigendes Gefühl."

Vor allem das Interview mit Obama habe ihm Spaß gemacht, sagte Harry. Der hätte es sogar gern umgedreht, man hätte die Fragen auch in beide Richtungen stellen können. Harrys einzige Ermahnung für den ehemaligen US-Präsidenten sei gewesen: Nur keine langen Pausen, bitte. Obama ist als ein eher bedächtiger Interviewpartner bekannt.

Prinz Harry interviewt Barack Obama
Thomas Spickhofen, ARD London
27.12.2017 13:50 Uhr

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Rätseln um die Hochzeitsliste

Der Klimawechsel in der Welt, die Jugendkriminalität in Großbritannien, Respekt für Soldaten - die Themen, die Harry ins Programm brachte, sind auch jene, die er durch zahlreiche Patenschaften unterstützt. "Wir sind dankbar dafür", sagte Trevor Rose von einem Jugendprojekt in Nottingham. Das Geld von den Royals sei das eine, aber auch das Scheinwerferlicht sei wichtig, das dadurch auf die Arbeit der Wohlfahrtsorganisationen geworfen werde.

Die Einladungsliste zu seiner Hochzeit übrigens, gestand Harry ganz am Ende der Sendung, die sei noch in Arbeit. Ob die Obamas eingeladen werden, wie er es gern möchte, oder die Trumps, wie die britische Regierung es angeblich wünscht, oder womöglich beide - Harry bestätigte nur, dass das nicht allein seine Entscheidung sei.

Dieser Beitrag lief am 27. Dezember 2017 um 13:22 Uhr im Deutschlandfunk.

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