Polizisten untersuchen in Rotterdam verdächtigen Kleinlaster | Bildquelle: AFP

Polizei in Rotterdam "Konkrete Information" zu Anschlagsplänen

Stand: 24.08.2017 13:14 Uhr

Nach der Konzertabsage in Rotterdam hat die Polizei erklärt, sie habe "konkrete Informationen" zu Anschlagsplänen. Der Fahrer des Lieferwagens mit den Gasflaschen an Bord ist jedoch unverdächtig. In den Fokus rückt nun ein 22-Jähriger, der in Brabant festgenommen wurde.

Die Polizei in Rotterdam hat weitere Informationen zur gestrigen Absage eines Rockkonzerts bekannt gegeben. Sie habe "konkrete Information" zu Anschlagsplänen gehabt. Demnach sollte "ein Attentat an diesem Tag, an diesem Ort und auf diese Band verübt werden", wie Rotterdams Polizeichef Frank Paauw sagte.

Ermittlungen nach Terrorwarnung in Rotterdam
tagesschau 16:00 Uhr, 24.08.2017, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Spanischer Fahrer unverdächtig

Jedoch halten die Ermittler den festgenommenen Fahrer eines verdächtigen Lieferwagens für unverdächtig. Da das Verhör des Mannes am Mittwochabend wegen dessen Trunkenheit kaum etwas ergeben habe, sei er heute erneut vernommen worden, so Polizeisprecher Roland Ekkers. Niederländische Medien berichten, danach solle er wohl wieder freigelassen werden.

Die Durchsuchung seiner Wohnung habe keine Verbindung zu der Terrorwarnung zutage gefördert und die Gasflaschen in seinem Lieferwagen habe der Spanier, ein Wartungstechniker, mit seinem Beruf erklären können. Auch nach Einschätzung spanischer Anti-Terrorexperten hat der Mann keinerlei Verbindungen zu der Terrorzelle von Barcelona.

Warnung aus Spanien

Die Behörden hatten gestern Abend ein Rockkonzert im Club Maassilo abgesagt. Grund war ein Hinweis der spanischen Polizei. In der Nähe des Auftrittsorts war der Lieferwagen mit spanischen Kennzeichen und mehreren Gasflaschen an Bord gefunden worden. Da die Terrorzelle in Katalonien mehr als 120 Gasflaschen für Anschläge gehortet hatte, befürchteten die Ermittler eine Verbindung zu den Extremisten in Spanien.

Michael Grytz, ARD Brüssel, über den Terrorverdacht in Rotterdam
Morgenmagazin 08:00 Uhr, 24.08.2017

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22-Jähriger festgenommen

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf einen 22-Jährigen, der in der Nacht in Nordbrabant festgenommen wurde. Die Region liegt südlich von Rotterdam und grenzt im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Sein Haus wurde durchsucht, der Mann von Ermittlern verhört. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen niederländischen Staatsbürger. "Er ist in Gewahrsam und wird zu der Drohung in Rotterdam befragt werden", teilte die Polizei mit.

Für die Rockband Allah Las war es gestern Abend in Rotterdam nicht das erste Mal, dass sie nicht auftreten konnte. Bereits im vergangen Jahr sagte ein Veranstalter in der Türkei kurzfristig den Auftritt der Rocker ab, weil er um die Sicherheit der Band aus Los Angeles und der Zuhörer fürchtete. Wegen ihres Namens wird Allah Las seit geraumer Zeit von Muslimen aus aller Welt angefeindet. Die Band betreibe Gotteslästerung, schließlich sei Allah die arabische Bezeichnung für Gott, heißt es in einer der zahlreichen Mails, welche die Band regelmäßig erhält. Man beantworte alle Mails, sagte der Sänger, Miles Michaud, und erkläre, dass man niemanden provozieren oder verunglimpfen wolle - man habe einfach einen heilig klingenden Namen gesucht.

Mit Informationen von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Ermittlungen nach Terrorwarnung in Rotterdam
Ralph Sina, WDR Brüssel
24.08.2017 12:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 24. August 2017 die tagesschau um 02:08 Uhr und das ARD-Morgenmagazin um 05:39 Uhr und um 08:10 Uhr.

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