Bewaffnete vor einem brennenden Haus in Myanmar | Bildquelle: AFP

Konflikt in Myanmar Rohingya rufen Waffenruhe aus

Stand: 10.09.2017 07:24 Uhr

Fast 300.000 Rohingya sind in den vergangenen zwei Wochen vor Kämpfen aus Myanmar geflohen. Die Muslime beklagen ethnische Säuberungen. Nun könnte sich der Konflikt etwas entspannen: Die Rohingya-Rebellen wollen die Waffen schweigen lassen.

Nach gut zweiwöchigen Kämpfen in Myanmar haben die Rohingya-Rebellen einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Die humanitäre Feuerpause solle einen Monat lang gelten, teilten die Aufständischen bei Twitter mit. Damit sollten Hilfslieferungen für die Not leidenden Menschen in dem nordwestlichen Bundesstaat Rakhine ermöglicht werden.

Die Rebellen riefen alle Verantwortlichen auf, Hilfsgüter in die Region zu liefern. Dies müsse "unabhängig vom ethnischen oder religiösen Hintergrund" der Menschen erfolgen, forderten sie.

Die Regierung Myanmars hatte zuvor erstmals Hilfen für die Rohingya in Aussicht gestellt. Sie sagte humanitäre und medizinische Unterstützung durch Rot-Kreuz-Mitarbeiter zu, wie die Staatszeitung "Das Globale Neue Licht von Myanmar" berichtete. Bis dahin hatte die Regierung von einem notwendigen Kampf gegen Terroristen gesprochen.

Rohingya-Rebellen erklären einseitige Waffenruhe
tagesschau 17:15 Uhr, 10.09.2017, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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"Räumungsoperationen" nach Überfall auf Polizisten

Die Rebellen der muslimischen Minderheit kämpfen in Rakhine gegen die Streitkräfte von Myanmar. Die Auseinandersetzung hatte begonnen, nachdem Rohingya-Aufständische Polizeiposten angegriffen hatten. Das Militär reagierte daraufhin mit "Räumungsoperationen", um Kämpfer zu vertreiben, die sich in Dörfern versteckten. Das Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya hatte Empörung quer durch die muslimische Welt ausgelöst.

Durch die Kämpfe wurden Hunderte Menschen getötet. Nach UN-Angaben flohen 290.000 Menschen vor der Gewalt ins Nachbarland Bangladesch. Die Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele der Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 und Deutschlandfunk am 10. September 2017 um 09:00 Uhr.

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