Frau mit Handy am Strand (Archibvild 2013) | Bildquelle: dpa

Mobilfunk in der EU Endgültiges Aus für Roaming-Gebühren

Stand: 06.04.2017 15:04 Uhr

Roaming-Gebühren gehören bald der Geschichte an: Das Europaparlament verabschiedete die entsprechende Verordnung. Für Urlauber und Geschäftsreisende werden ab Mitte Juni Telefonate und SMS aus dem EU-Ausland erheblich billiger.

Das Aus für Roaming-Gebühren in Europa ist endgültig beschlossene Sache: Das Europaparlament verabschiedete eine Verordnung, die Obergrenzen für die gegenseitige Gebührenabrechnung zwischen europäischen Mobilfunkunternehmen festlegt. Der Rat soll die Verordnung spätestens im Mai verabschieden. Parlament und Rat hatten sich 2015 auf die Abschaffung geeinigt.

Damit steht der Abschaffung der Roaming-Gebühren ab 15. Juni nichts mehr im Weg. Ab diesem Tag können Verbraucher ohne zusätzliche Gebühren mit ihrem Handy telefonieren, SMS versenden oder im Internet surfen - in den 28 EU-Staaten, Norwegen, Liechtenstein und Island.

Die neuen Obergrenzen liegen bei 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte ab dem 15. Juni auf schließlich 2,50 Euro pro Gigabyte ab dem 1. Januar 2022. Diese Kostendeckelungen liegen nach EU-Angaben um etwa 90 Prozent unter den aktuellen Begrenzungen.

Missbrauch soll verhindert werden

Die Neuregelung enthält allerdings eine Missbrauchsklausel. Sie soll verhindern, dass etwa ein in Deutschland lebender Verbraucher einen Handyvertrag in einem anderen Land abschließt, wo die Gebühren deutlich billiger sind.

Die Aufhebung der Roaming-Gebühren ist das Ende eines langwierigen Prozesses. Seit 2007 sind die erlaubten Aufschläge für Telefonie, SMS-Versand und Datennutzung im EU-Ausland bereits um 90 Prozent gefallen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. April 2017 um 12:41 Uhr

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