Rettungsschiff "Lifeline" auf dem Mittelmeer | Bildquelle: HERMINE POSCHMANN/MISSION LIFELI

"Lifeline" Malta lässt Rettungsschiff nicht anlegen

Stand: 22.06.2018 21:51 Uhr

Auch Malta verwehrt dem deutschen Rettungsschiff "Lifeline" mit 200 Flüchtlingen an Bord die Aufnahme. Italien verweigerte dies ebenfalls und drohte mit der Beschlagnahme privater Rettungsschiffe.

Erneut ist ein Rettungsschiff mit Flüchtlingen an Bord ohne Aussicht auf einen sicheren Hafen im Mittelmeer unterwegs. Die "Lifeline" der gleichnamigen Hilfsorganisation aus Dresden wurde nun auch von der Regierung Maltas abgewiesen.

Zuvor hatte die italienische Regierung dem Schiff die Einfahrt in einen Hafen verweigert und Malta aufgefordert, die Flüchtlinge aufzunehmen.

Die "Lifeline" hatte am Donnerstag nach eigenen Angaben mehr als 220 Flüchtlinge in internationalen Gewässern gerettet. Italien und Malta sehen das jedoch anders und schieben sich die Zuständigkeit zu.

Weder habe Malta die Rettung koordiniert, noch sei es die zuständige Stelle dafür, sagte ein Regierungssprecher in Valletta. Die Rettungsaktion habe zwischen Libyen und der italienischen Insel Lampedusa stattgefunden. Italiens Verkehrsminister Danilo Tonanelli, zuständig für die Häfen des Landes, warf Valletta dagegen "Verantwortungslosigkeit" vor.

Italiens Innenminister Salvini | Bildquelle: dpa
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Salvini drohte, private Rettungsschiffe beschlagnahmen zu lassen.

Salvini beschimpft Rettungsorganisationen

Innenminister Matteo Salvini, Chef der fremdenfeindlichen Lega, zog über die Mission "Lifeline" her. Die Organisation habe die Anweisungen der Behörden ignoriert, dass die libysche Küstenwache die Menschen aufnehme.

"Sie riskieren das Leben der Migranten auf den Schlauchbooten, hören nicht auf die italienischen und libyschen Behörden und intervenieren, um diese wertvolle Ware von Menschen - von Menschenfleisch - an Bord zu laden." Er drohte Hilfsorganisationen mit der Beschlagnahme ihrer Schiffe und der Festnahme der Besatzungen.

Unklarheit gibt es auch über die Beflaggung des Schiffes: Während Mission Lifeline angibt, es fahre unter niederländischer Flagge, wiesen das die dortigen Behörden zurück.

Vor annähernd zwei Wochen hatte Italien der "Aquarius" der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Auch Malta verweigerte die Aufnahme, weshalb die "Aquarius" schließlich ins spanische Valencia fuhr.

Rettungsschiff sucht weiter nach Hafen
tagesschau 20:00 Uhr, 23.06.2018, Ellen Trapp, ARD Rom

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juni 2018 um 22:00 Uhr.

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