Fahrzeuge der syrisch-kurdischen Miliz SDF fahren im Norden von Rakka. | Bildquelle: REUTERS

IS-Hochburg Syrische Kurden starten Offensive auf Rakka

Stand: 06.06.2017 15:02 Uhr

Die von den USA unterstützte syrisch-kurdische Miliz SDF hat nach eigenen Angaben mit ihrer Offensive auf die inoffizielle IS-Hauptstadt Rakka begonnen. Man greife die Stadt aus drei Richtungen an, erklärte ein Sprecher.

Die syrische Kurdenmiliz SDF hat den Beginn einer Offensive zur Befreiung der IS-Hochburg Rakka bekannt gegeben. Ein Sprecher des Rebellenbündnisses sagte, die Rebellen griffen vom Norden, Osten und Westen her den "Islamischen Staat" an.

Ein politischer Vertreter der Miliz hatte am späten Montag der Nachrichtenagentur AP die Offensive angekündigt.

Türkei kündigt Maßnahmen an

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim kündigte an, sofort Vergeltung zu üben, sollte die Offensive eine Bedrohung für die Türkei darstellen. Vor Abgeordneten der Regierungspartei AKP sagte er, die Türkei werde die notwendigen Maßnahmen treffen.

Der US-Kommandeur des Einsatzes, General Stephen Townsend, ließ mitteilen, dass die Offensive dem IS als Territorialmacht einen entscheidenden Schlag versetzen werde. Doch der Kampf werde "lang und mühsam" werden.

Zivilisten sterben bei Luftangriff

Am Montag waren bei einem Luftangriff auf Rakka mindestens 21 Zivilisten getötet worden. Das meldeten die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien. Sana zufolge sind Frauen und Kinder unter den Todesopfern; die Beobachtungsstelle sprach von 21 Toten.

Wahrscheinlich seien Jets der US-geführten internationalen Koalition für die Bombardierung verantwortlich gewesen, erklärte die Stelle.

Die Zivilisten seien getroffen worden, als sie versucht hätten, über den Fluss Euphrat aus der Stadt zu fliehen. Unter anderem seien Boote bombardiert worden.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Der IS hatte die Stadt im Januar 2014 erobert und zur Hauptstadt seines selbsternannten Kalifats erklärt. Rakka ist die größte syrische Stadt in den Fängen der Terrormiliz.

Das IS-Sprachrohr Amak hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die US-geführte Koalition das wichtigste Telekommunikationszentrum der Stadt zerstört habe.

Über dieses Thema berichtete u.a. die tagesschau am 06. Juni 2017 um 12:00 Uhr.

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