Kämpfer der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) verkünden den Beginn der Offensive auf Rakka. | Bildquelle: REUTERS

Offensive auf Rakka Tage des Zorns

Stand: 06.11.2016 19:03 Uhr

Unter kurdischer Führung hat die Offensive "Zorn des Euphrats" auf die syrische Stadt Rakka begonnen, um die IS-Miliz aus ihrer De-facto-Hauptstadt zu vertreiben. Schwierig ist die Rolle der Türkei, die eine Beteiligung der Kurden ablehnt.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

"Frohe Nachricht für Rakka," so die Sprecherin der Demokratischen Syrischen Kräfte bei einer Pressekonferenz. "Unsere große Offensive hat begonnen, um die Stadt Rakka und die Umgebung vom IS zu befreien - von den Dschihadisten, die Rakka als ihre Hauptstadt bezeichnen." Damit hat die Operation "Zorn des Euphrats" offenbar offiziell begonnen. Die Erklärung wurde gut 50 Kilometer nördlich von Rakka verlesen, umringt von Kommandeuren und Sprechern der Demokratischen Syrischen Kräfte, kurz SDF.

Die SDF sind ein Bündnis aus mehrheitlich kurdischen Kämpfern zusammen mit arabischen Milizen und christlichen Akteuren. Sie werden von den USA unterstützt. "Rakka wird von seinen Leuten befreit," so die kurdische Sprecherin heute: "Wir rufen alle regionalen und internationalen Kräfte auf, sich am Kampf gegen den Terrorismus zu beteiligen."

Kämpfer rücken im Kampf gegen IS auf Rakka vor
tagesschau 22:15 Uhr, 06.11.2016

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Erdogan will Offensive selbst durchführen

Doch schwierig ist die Rolle der Türkei, einem Verbündeten der USA: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht in den kurdischen Kämpfern einen Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK. Daher lehnt Ankara einen Sturm auf Rakka mit Hilfe der Kurden strikt ab. Erdogan hat erst kürzlich mit US-Präsident Barack Obama telefoniert und ihm angeboten, dass lieber die Türkei selbst die Offensive auf Rakka durchführen könne. Die USA allerdings hatten wenig später erklärt, die Kurden seien ein fester Bestandteil der geplanten Offensive.

Der Deal mit den USA könnte offenbar so aussehen, dass die kurdischen Kämpfer zwar das Umland von Rakka einnehmen dürfen, nicht aber in die Stadt selbst vorrücken. Die Kurden erklärten heute: Man hoffe, die Türkei werde sich nicht in innersyrische Angelegenheiten einmischen. Rakka würde von syrischen Brüdern befreit. Wie sich die Türkei und die USA jetzt verhalten, ist derzeit noch unklar. Unmittelbar nach der kurdischen Erklärung reiste der US-Generalstabschef Joseph Dunford in die Türkei, um sich mit seinem türkischen Amtskollegen zu beraten.

Die zweite Offensive gegen den IS

Die Operation "Zorn des Euphrats" zur Befreiung von Rakka wäre die zweite große Offensive gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Erst vor wenigen Wochen hatten im Nachbarland Irak Regierungstruppen mit Hilfe von Verbündeten und der internationalen Anti-IS-Koalition mit dem Sturm auf Mossul begonnen. Mossul ist die letzte irakische Großstadt in Händen des IS. Offenbar soll der IS jetzt in beiden Hochburgen parallel angegriffen werden. Bislang war befürchtet worden, dass sich die Extremisten aus Mossul nach Rakka zurückziehen könnten. Dieser Plan soll ihnen jetzt offenbar vereitelt werden.

Noch ist nicht klar, ob es vor allem darum geht, Rakka zunächst einzukesseln oder tatsächlich auch die Stadt selbst einzunehmen - ein Krieg, der sich Beobachtern zufolge lange hinziehen könnte. Rakka wird seit 2013 von Dschihadisten kontrolliert, der IS herrscht in der Stadt angeblich mit brutaler Härte. Schätzungen zufolge leben noch mehr als 200.000 Zivilisten in Rakka.

Erst kürzlich hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter angekündigt, nach Mossul werde auch Rakka zeitnah angegriffen. Man habe die Kapazitäten für zwei Kriegsschauplätze, hieß es. Die Kurden betonten heute, die beiden Offensiven - Mossul und Rakka - seien nicht koordiniert, aber - "Gutes Timing".

Kurden starten Offensive auf Rakka
A. Osius, ARD Kairo
06.11.2016 18:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2016 um 20:00 Uhr.

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