Putin | Bildquelle: dpa

Russland - USA Verwirrung um Putins Diplomaten-Ausweisung

Stand: 31.07.2017 12:19 Uhr

Es ist eine spektakuläre Vergeltungsmaßnahme: 755 Mitarbeiter der US-Vertretungen in Russland müssen laut Präsident Putin ihre Tätigkeit aufgeben. Doch so viele US-Diplomaten arbeiten dort gar nicht - die Maßnahme würde auch russische Ortskräfte treffen.

Nach der Strafaktion Wladimir Putins gegen die US-Vertretungen in Russland herrscht Unklarheit über die Umsetzung. Der russische Präsident hatte am Sonntagabend im Fernsehen Konsequenzen für Hunderte Mitarbeiter der Vertretungen in Russland angekündigt. "755 von ihnen werden ihre Tätigkeit einstellen müssen", sagte er. Moskau reagiere damit auf neue US-Sanktionen, die im US-Kongress beschlossen worden seien.

Jedoch lässt sich die von Putin genannte Zahl laut der Nachrichtenagentur DPA nur erfüllen, wenn nicht nur US-Vertreter abgezogen, sondern auch russische Ortskräfte entlassen werden. Laut verschiedenen amerikanischen Übersichten arbeiten an der US-Botschaft in Moskau sowie an den Generalkonsulaten in St. Petersburg, Jekaterinburg und Wladiwostok zwischen 1200 und 1300 Menschen. Nur etwa ein Viertel von ihnen sind entsandte Diplomaten.

Ausweisung von US-Diplomaten
tagesschau 20:00 Uhr, 31.07.2017, Golineh Atai, ARD Moskau

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Keine konkreten Personen genannt

Putin hatte in dem Interview gesagt, die Maßnahme treffe Diplomaten und technisches Personal und auf die Zahl von mehr als 1000 Beschäftigten in den diplomatischen Vertretungen der USA in Russland verwiesen. Wie ein russischer Diplomat der Agentur Tass nun sagte, seien den Amerikanern keine konkreten Personen genannt worden: "Vorgegeben ist, dass sie sich an das Limit halten. Wie sie das machen, ist ihre Sache."

Auch der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass die USA selbst darüber entscheiden könnten, wer von ihrem Botschaftspersonal ab September nicht mehr in den diplomatischen Vertretungen arbeiten soll. Der Stellenabbau von 755 Bediensteten betreffe sowohl US-Diplomaten wie auch russische Ortskräfte.

Der US-Diplomat Alexander Vershbow, seit kurzem Sonderbeauftragter für die Ukraine, wies per Twitter darauf hin, dass nun viele russische Mitarbeiter nicht mehr für die US-Botschaft arbeiten dürften.

Alexander Vershbow @ARVershbow
Putin's 755 number includes mainly Russian local staff. Opportunity for US to expel Russian "support" personnel in DC who play other roles https://t.co/OsOzOQRpm6

Der ehemalige US-Botschafter Michael McFaul schrieb ebenfalls, dass es so viele US-Diplomaten in Russland wohl nicht gebe.

Michael McFaul @McFaul
Are we sure 755 Americans will be leaving? We didn't have that many Americans in the entire embassy when I was there . https://t.co/80rTZU7OP4

USA bedauern die Entscheidung

Vergangene Woche hatte der US-Senat in Washington für neue Sanktionen gegen Russland gestimmt, um die Annexion der Krim und die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs im vergangenen Jahr zu ahnden. Die US-Regierung reagierte nun zurückhaltend auf Putins Ankündigung. "Das ist ein bedauerliches und ungerechtfertigtes Vorgehen", sagte ein Vertreter des Außenministeriums. Die Regierung werde überprüfen, welche Auswirkungen eine solche "Beschränkung" nach sich ziehen werde und über das weitere Vorgehen beraten.

Reaktionen aus den USA
tagesschau 20:00 Uhr, 31.07.2017, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Anm. d. Red.: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, Putin habe nicht erklärt, wie die Zahl 755 festgelegt worden sei, außerdem habe er nicht konkret von Diplomaten, sondern von Mitarbeitern der Botschaft gesprochen. Tatsächlich sprach Putin in dem Interview mit einem russischen TV-Sender von "Diplomaten und technischem Personal" und erklärte die Zahl von 755 mit Verweis auf mehr als 1000 Beschäftigten der US-Botschaft und -Konsulate. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 31. Juli 2017 um 23:55 Uhr.

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