Der US-Republikaner John McCain hat Donald Trump für seinen Auftritt in Helsinki scharf attackiert. | Bildquelle: REUTERS

US-Reaktionen auf Helsinki "Vor einem Tyrannen selbst erniedrigt"

Stand: 17.07.2018 03:40 Uhr

Nach dem Treffen zwischen US-Präsident Trump und Kremlchef Putin fällt die Bewertung in den USA weitgehend negativ aus. Demokraten wie Republikaner kritisierten Trumps Auftritt. Der US-Präsident verteidigte sich.

Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump bei der Pressekonferenz mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin haben in Washington parteiübergreifend empörte Reaktionen ausgelöst. Die oppositionellen Demokraten bezeichneten den Auftritt Trumps als "beschämend". In der gesamten Geschichte der USA habe noch nie ein Präsident einen "Widersacher" derart unterstützt, wie dies Trump jetzt getan habe, erklärte der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. "Er stellt sich selber über das Land."

Trump und Putin ziehen positives Fazit nach Treffen
tagesthemen 22:15 Uhr, 16.07.2018, Christian Stichler, ARD Helsinki

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Am Rande des Verrats"

Schumer erklärte, dass Trump zusammen mit Putin gegen die Strafvollzugsbehörden und Geheimdienste der USA Stellung beziehe, sei "gedankenlos, gefährlich und schwach". Millionen von US-Bürgern fragten sich, ob die mögliche Erklärung für dieses Verhalten ihres Präsidenten sei, dass Putin "schädliche Informationen" über Trump in der Hinterhand habe.

Der oppositionelle Abgeordnete Jimmy Gomez warf Trump vor, das eigene Land an Russland zu "verkaufen". Sein Versäumnis, die USA zu verteidigen, "ist am Rande des Hochverrats". Alle US-Bürger "sollten besorgt sein".

"Russland ist nicht unser Verbündeter"

Auch in Trumps eigener Partei regte sich Unmut: "Der Präsident muss anerkennen, dass Russland nicht unser Verbündeter ist", sagte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan. "Es ist keine Frage, dass Russland in unsere Wahl eingegriffen hat und weiterhin versucht, die Demokratie hier und weltweit zu untergraben."

Es gebe keine "moralische Gleichwertigkeit" zwischen den USA und Russland, das gegenüber "unseren Idealen und grundlegenden Werten" feindselig gesonnen bleibe. "Die Vereinigten Staaten müssen sich darauf konzentrieren, Russland zur Rechenschaft zu ziehen und seine bösartigen Angriffe auf die Demokratie zu stoppen", forderte er.

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan | Bildquelle: AFP
galerie

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, kritisierte seinen Parteifreund Trump scharf.

Trump stellt sich nicht auf Seite der US-Geheimdienste

Die Kritik entzündet sich vor allem am Umgang Trumps mit den Vorwürfen gegen Russland, in den Wahlkampf 2016 eingegriffen zu haben. Die US-Justiz klagte in der vergangenen Woche wegen der Cyberattacken zwölf Mitarbeiter des russischen Militägeheimdienstes GRU an. Die Angriffe hatten sich unter anderem gegen die Parteizentrale der Demokraten und die Wahlkampagne von deren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gerichtet.

Trump hatte sich bei der Pressekonferenz nach dem Gipfel in Helsinki nicht eindeutig auf die Seite der US-Geheimdienste gestellt. Stattdessen hatte Trump das Dementi Putins "extrem stark und kraftvoll" genannt. Ryan verwies darauf, dass nicht nur die Geheimdienste selber, sondern auch der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses von einem Eingreifen Russlands überzeugt seien.

Trump verteidigt sich

Der US-Präsident selbst verteidigte sich später auf Twitter gegen die Kritik. Auf dem Rückweg in die USA schrieb er, er habe Vertrauen in seine Geheimdienstler. "Aber um eine bessere Zukunft aufzubauen, erkenne ich auch an, dass wir nicht nur auf die Vergangenheit schauen dürfen." Die USA und Russland seien die zwei größten Atommächte der Welt. "Wir müssen uns verstehen!"

Das Weiße Haus teilte mit, der Präsident werde sich nach seiner Rückkehr aus Helsinki im Laufe des Tages mit Mitgliedern des US-Kongresses treffen, um über die Kritik zu sprechen.

"Schändliche Aufführung"

Der republikanische Senator Lindsey Graham beklagte indes einen "schlechten Tag für die Vereinigten Staaten". Trumps Äußerungen zu den Cyberattacken würden von Russland als "Zeichen der Schwäche" gesehen werden, monierte er.

US-Senator John McCain sprach von einem "tragischen Fehler". Die Pressekonferenz sei "eine der schändlichsten Aufführungen eines amerikanischen Präsidenten seit Menschengedenken" gewesen. Trump habe sich nicht nur unfähig, sondern auch "unwillig" gezeigt, Putin die Stirn zu bieten.

Er und Putin "schienen vom selben Blatt abzulesen", als Trump "sich bewusst entschied, einen Tyrannen zu verteidigen". Der Schaden, der durch Trumps "Naivität, Egoismus, falscher Äquivalenz und Sympathie für Autokraten" entstanden sei, sei schwer zu bemessen. Trump habe dabei versagt, sein Land und dessen Werte zu verteidigen. Kein früherer US-Präsident habe sich jemals derart "vor einem Tyrannen selbst erniedrigt".

Der Vorsitzende des Außenausschusses im Senat, Bob Corker, sagte er sei von Trumps Verhalten in Helsinki "sehr enttäuscht". Dass Trump es unterlassen habe, die Arbeit seiner eigenen Geheimdienste zu verteidigen, sei ein "trauriger Punkt". Putin wiederum habe viel aus diesem Treffen herausgeholt, "ich würde annehmen, er isst jetzt gerade Kaviar"

McCain und Corker sind innerparteiliche Widersacher Trumps. Aber selbst einer der größten Trump-Unterstützer, New Gingrich, sprach vom bislang ernsthaftesten Fehler des Präsidenten seit Amtsantritt vor rund anderthalb Jahren.

S. Niemann, ARD Washington zzt. Helsinki, zu den Reaktionen auf Trumps Verhalten
nachtmagazin 00:20 Uhr, 17.07.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Geheimdienstdirektor verteidigt Erkenntnisse

Der Nationale Geheimdienstdirektor der USA, Dan Coats, verteidigte die Schlussfolgerungen der ihm unterstellten Behörden zu den mutmaßlichen Cyberangriffen gegen die von Trump vorgebrachten Zweifel. "Wir sind klar in unserer Einschätzung der russischen Einmischung in die Wahl 2016 und den anhaltenden tiefgreifenden Bemühungen zur Aushöhlung unserer Demokratie gewesen", erklärte Coats. "Wir werden weiterhin ungeschminkte und objektive Informationen zur Unterstützung unserer nationalen Sicherheit liefern."

Entsetzen und Scham: US-Reaktionen auf Trump in Helsinki
Katrin Brand, ARD Berlin zzt. Washington
17.07.2018 07:31 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juli 2018 um 04:40 Uhr.

Darstellung: