Der russische Präsident Wladimir Putin mit seiner Delegation auf der Krim | Bildquelle: REUTERS

Protest aus Kiew Putin empört Ukraine mit Krim-Besuch

Stand: 24.06.2017 22:31 Uhr

Die Regierung in Kiew ist empört über Russlands Präsidenten. Denn Kreml-Chef Putin hat die annektierte Krim-Halbinsel besucht. Darin sieht die ukrainische Führung die territoriale Integrität ihres Landes verletzt.

Die Ukraine hat bei Russland Protest gegen einen Besuch von Kremlchef Wladimir Putin auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim eingelegt. Die Reise sei eine grobe Verletzung der Souveränität der Ukraine, schrieb das Außenministerium in Kiew in einer Protestnote. Der Besuch des russischen Präsidenten hätte mit der ukrainischen Regierung abgesprochen werden müssen, forderte Kiew.

Annexion als Völkerrechtsbruch

Russland hatte sich die Krim 2014 einverleibt. Seitdem hat Putin hat er bereits mehrmals die Krim besucht. Die Ukraine und der Westen werten die Annexion als Völkerrechtsbruch. Die EU hat wegen der Annexion Sanktionen gegen Russland verhängt. Russland verweist indes auf ein Referendum der Krim-Bewohner, das aber im Westen nicht anerkannt wird.

Putin besuchte zusammen mit russischen Regierungsvertretern ein internationales Ferienlager in der Nähe des Kurorts Jalta auf der Krim. Das Lager Artek, das seit der Gründung 1925 zu einer Traditionseinrichtung in der damaligen Sowjetunion geworden war, wird seit der Krim-Annexion 2014 vom russischen Bildungsministerium organisiert.

Kreml-Chef wünscht sich Freundschaften

"Es ist nicht lange her, dass Artek durch schwere Zeiten gegangen ist", sagte Putin bei seinem Besuch vor jungen Leuten. "Aber jetzt ist es wiedergeboren als internationales Feriencamp."

Russlands Präsident Putin mit Teilnehmern des Artek-Camps auf der Krim | Bildquelle: AP
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Russlands Präsident Putin mit Teilnehmern des Artek-Camps auf der Krim

Putin sagte, er wünsche sich, dass die Freundschaften, die die Kinder hier schlössen, sie ein Leben lang begleiten würden. An dem Lager nahmen der Agentur Tass zufolge auch Kinder aus den USA und aus dem Kriegsgebiet Donbass in der Ostukraine teil.

Tote bei Kämpfen im Osten der Ukraine

Unterdessen meldete die ukrainische Armee, dass zwei ihrer Soldaten bei Kämpfen im Osten der Ukraine getötet worden seien. Erst um Mitternacht war eine neue Waffenstillstandsvereinbarung in Kraft getreten, die bis Ende August gelten soll.

Die Armee warf den prorussischen Rebellen vor, in den Regionen Lugansk und Donezk mehrfach auf die ukrainischen Streitkräfte geschossen zu haben. Die Rebellen in Donezk beschuldigten ihrerseits die Armee, rund ein dutzend Mal den Waffenstillstand verletzt zu haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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