Aktion der ''Pussy Riot''-Mitglieder in Yakutsk | Bildquelle: AP

Nach Festnahme in Sibirien Pussy-Riot-Aktivistinnen wieder frei

Stand: 07.08.2017 19:31 Uhr

Nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam sind zwei Pussy-Riot-Mitglieder wieder auf freiem Fuß. Nach eigener Darstellung ordnete ein Richter im sibirischen Jakutsk die Freilassung an, weil Polizisten Dokumente falsch ausgefüllt hatten.

Zwei Mitglieder der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot sind nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam wieder freigelassen worden. Via Facebook teilte Olga Borisowa mit, nach ihrer Festnahme seien sie und Maria Aljochina mehrere Stunden Stunden festgehalten und dann wieder freigelassen worden, weil die Polizei Dokumente falsch ausgefüllt habe. Das hätte ein Richter festgestellt und deshalb die Freilassung angeordnet, so Borisowa.

Die Aktivistinnen hatten im sibirischen Jakutsk für die Freilassung des inhaftierten ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow demonstriert. Maskiert rollten sie am Sonntag an einer Brücke ein großes Transparent mit der Aufschrift "Free Sentsov" ("Freiheit für Senzow") aus und zündeten farbige Nebelkerzen.

Der Regisseur Senzow von der Halbinsel Krim war 2015 in Russland als angeblicher Terrorist zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Sein Straflager liegt nahe der Hauptstadt der Teilrepublik Jakutien. International setzen sich viele Künstler für eine Freilassung Senzows ein.

Kritiker Putins

Das Künstlerkollektiv "Pussy Riot" gilt als scharfer Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und wurde vor allem durch einen wilden Auftritt mit Schmähungen gegen Staat und Kirche in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale 2012 bekannt.

Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa wurden deshalb wegen Rowdytums zu Haft verurteilt. Sie kamen Ende 2013 frei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. August 2017 um 16:00 Uhr.

Darstellung: