Die Angeklagten des Anschlags-Prozesses | Bildquelle: REUTERS

Prozess in der Türkei Mutmaßliche Erdogan-Attentäter vor Gericht

Stand: 20.02.2017 12:08 Uhr

Sie sollen ein Attentat auf Staatschef Erdogan geplant haben: In der Türkei hat der Prozess gegen 47 mutmaßliche Verschwörer begonnen. Während des Putschversuchs sollen sie in das Hotel des Präsidenten eingedrungen sein, um ihn zu töten. Ihnen droht lebenslange Haft.

In der Türkei hat ein Prozess gegen 47 Angeklagte begonnen, die versucht haben sollen, Staatschef Recep Tayyip Erdogan während des Putschversuchs im vergangenen Jahr umzubringen. Das Gerichtsverfahren wurde in der Stadt Mugla im Süden der Türkei eröffnet. Den Angeklagten, darunter 37 Militärs, drohen lebenslange Haftstrafen wegen eines versuchten Attentats, Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung und anderer Verbrechen gegen den Staat.

In Hotel eingedrungen

Sie sollen am 15. Juli vergangenen Jahres in ein Hotel in der Küstenstadt Marmaris eingedrungen sein, in dem sie Erdogan und seine Familie vermuteten. Dabei sollen die Angeklagten zwei Polizisten getötet haben. Erdogan selbst hatte das Hotel kurz zuvor verlassen.

Im Chaos der Putschnacht wurden etwa 270 Menschen getötet. Die Regierung ließ danach mehr als 40.000 Verdächtige unter dem Vorwurf der Beteiligung und Unterstützung des Putsches verhaften. Als Drahtzieher beschuldigte sie den im US-Exil lebenden Geistlichen Fethullah Gülen. Zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger wurden aus dem Staatsdienst entlassen.

Prozess in Geschäftsgebäude

Der Prozess gegen die 47 Angeklagten findet in einem provisorischen Gerichtssaal in einem Geschäftsgebäude statt. Das eigentliche Gerichtsgebäude in Mugla war zu klein. Die Angeklagten wurden unter starker Bewachung zum Gericht gebracht.

Etwa 60 Menschen demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude gegen die Gülen-Bewegung und für eine Wiedereinführung der Todesstrafe für Putsch-Beteiligte. Anfang Januar waren die ersten Urteile gegen mutmaßliche Putschisten gefallen: Ein Gericht in der osttürkischen Stadt Erzurum verhängte lebenslange Haftstrafen gegen zwei Ex-Militärs.

Am Rande des Prozesses demonstrierten Dutzende Türken gegen Gülen | Bildquelle: AFP
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Am Rande des Prozesses demonstrierten Dutzende Türken gegen den Prediger Gülen. FETÖ steht für "Fethullahistische Terrororganisation".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Februar 2017 um 12:00 Uhr.

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