Protest gegen Tod eines Fischhändlers im nordmarokkanischen Al Hoceïma | Bildquelle: dpa

Proteste in Marokko Verhaftungen nach Tod eines Fischverkäufers

Stand: 01.11.2016 13:43 Uhr

Die marokkanischen Behörden haben nach dem Tod eines Fischhändlers elf Personen festgenommen, darunter den Chef der Fischereibehörde. Ihnen wird "Fälschung amtlicher Dokumente und fahrlässige Tötung" vorgeworfen. Der Tod Moucinhe Fikris hatte landesweite Proteste ausgelöst.

Nach dem qualvollen Tod eines Fischverkäufers in Marokko hat die Justiz elf Menschen einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Ihnen werde fahrlässige Tötung und Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte der Generalstaatsanwalt der Stadt al Hoceima in der nördlichen Berber-Region mit. Unter den Verdächtigen seien mehrere Behördenmitarbeiter, darunter der Chef der Fischereibehörde und der leitende Arzt des Veterinäramts.

Protest gegen Fischvernichtung

Der 31 Jahre alte Fischhändler war am vergangenen Freitag in der Presse eines Müllwagens zerquetscht worden. Er war in den Wagen gesprungen, weil die Behörden seinen Fisch konfisziert hatten und vernichten wollten. Nach Angaben von Innenminister Mohammed Hassad fanden Beamte in Fikris Auto eine "große Menge Schwertfisch", dessen Fang untersagt sei. Daraufhin sei entschieden worden, "die illegale Ware zu zerstören".

Protest gegen Tod eines Fischhändlers im nordmarokkanischen Al Hoceïma | Bildquelle: AFP
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Die Proteste begannen schon kurz nach dem Tod des Fischhändlers.

Aus Protest gegen den Tod des Mannes und gegen Behördenwillkür waren in den vergangenen Tagen Tausende Menschen in mehreren Städten Marokkos auf die Straße gegangen. Es waren die größten Proteste in dem Land seit Jahren. Das marokkanische Königshaus hat eine minutiöse Aufklärung des Unglücks angekündigt. In Marokko findet von kommender Woche an der Weltklimagipfel statt.

Wir sind alle Mouhcine Fikri
D. Sadaqi, ARD Rabat
01.11.2016 05:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. November 2016 um 08:29 Uhr und um 10:27 Uhr.

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