Protest für Pressefreiheit vor dem Gericht in Istanbul | Bildquelle: dpa

Reporter ohne Grenzen Weniger Pressefreiheit auch in Demokratien

Stand: 26.04.2017 08:51 Uhr

Der Spielraum für Journalisten wird weltweit immer enger. Nicht nur autoritäre Regierungen und Diktatoren setzten der Pressefreiheit zu - auch demokratisch gewählte Politiker brachten Medien in Bedrängnis, kritisiert Reporter ohne Grenzen.

Die Lage für Journalisten hat sich nach Einschätzung der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit verschlechtert - auch durch medienfeindliche Ausfälle führender Politiker in westlichen Demokratien. In Ländern wie den USA, Polen oder Großbritannien zeigten Spitzenpolitiker ihre Geringschätzung gegenüber Journalisten offen, kritisierte die Organisation bei der Vorstellung ihrer Rangliste der Pressefreiheit 2017.

Tödliche Gefahren für Journalisten

Repressionen gegen Journalisten prangerte ROG insbesondere in Ländern wie Ägypten, der Türkei, Burundi, Syrien, Libyen oder dem Jemen an. In der Türkei habe sich die Lage für Journalisten und Medien wegen der "beispiellosen Repressionswelle seit dem Putschversuch im vergangenen Sommer erneut verschlechtert". Tödlichen Gefahren seien Journalisten nach wie vor in Kriegs- und Krisenländern wie Syrien oder Libyen ausgesetzt.

ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske kritisierte aber auch die Veränderungen in den westlichen Demokratien: "Besonders erschreckend ist, dass auch Demokratien immer stärker unabhängige Medien und Journalisten einschränken, anstatt die Pressefreiheit als Grundwert hochzuhalten." Demokratische Regierungen dürften "den Autokraten der Welt" durch Überwachungsgesetze oder demonstrative Geringschätzung unabhängiger Medien keinen Vorwand für ihre Repression gegen Journalisten liefern.

Nordkorea ist neues Schlusslicht

Dem Bericht zufolge hat sich die Lage für Journalisten in knapp zwei Dritteln der 180 Länder verschlechtert. Untersucht wurde vor allem das Jahr 2016. Der Rangliste zufolge rutschte die Türkei erneut um vier Plätze ab und liegt jetzt auf Rang 155. ROG erinnerte daran, dass dort etwa 150 Journalisten im Gefängnis sitzen und etwa 150 Medien geschlossen wurden. Russland landete auf Platz 148, Ägypten auf Platz 161. In China (unverändert Rang 176) sitzen demnach rund 100 Medienschaffende im Gefängnis.

Die besten Plätze nehmen Norwegen, Schweden und dann Finnland ein. Deutschland kam unverändert auf Platz 16. ROG kritisierte jedoch, dass es hierzulande erneut "erschreckend viele tätliche Angriffe, Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen Journalisten" gegeben habe. Auf den letzten Platz der Rangliste rückte Nordkorea, so dass Eritrea erstmals seit zehn Jahren nicht mehr das Schlusslicht bildet. Das Land steht nun hinter Turkmenistan an vorletzter Stelle.

Lage für Journalisten verschlechtert sich
tagesschau 20:00 Uhr, 26.04.2017, A. Jöhrens, RBB

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. April 2017 u.a. um 09:00 Uhr.

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