Der portugiesische Ministerpräsident Passos Coelho spricht mit den Chefs anderer Parteien  | Bildquelle: dpa

Parlamentswahl in Portugal Wahlsieger ohne absolute Mehrheit

Stand: 04.10.2015 23:32 Uhr

Bei der Parlamentswahl in Portugal hat das konservative Regierungsbündnis von Ministerpräsident Passos Coelho die Wahl gewonnen, die absolute Mehrheit aber wohl verloren. Die Wahl war auch eine Abstimmung über die Sparpolitik der Regierung.

Nach der Auszählung von 90 Prozent der Stimmen sieht es ganz so aus, als hätte das Regierungsbündnis von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Wahl zwar gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt.

Die Zwei-Parteien-Allianz von Passos Coelho kam danach nur auf rund 41 Prozent. 2011 hatten die Konservativen noch etwas mehr als 50 Prozent erreicht. Die Sozialistische Partei von Oppositionsführer António Costa lag bei knapp 32 Prozent. Die drei linken Parteien, die ins Parlament einziehen, haben nach den vorliegenden Zwischenergebnissen zusammen allerdings weit mehr Stimmen als die Regierungskoalition. Was das genau für die Sitzverteilung im Parlament bedeutet, ist noch nicht klar.

Regierende Mitte-Rechts-Koalition nach ersten Prognosen vorn
tagesthemen 22:45 Uhr, 04.10.2015, Stefan Schaaf, ARD Madrid, zzt. Lissabon

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Abstimmung über Sparpolitik der Regierung

Im einstigen EU-Krisenland Portugal hatten die Bürger nach vier Jahren strenger Spar- und Reformpolitik das Nationalparlament neu gewählt. Die Wahl war daher auch eine Abstimmung über die Fortsetzung des Sanierungsprogramms der Staatsfinanzen. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Passos Coelho will den umstrittenen Sparkurs beibehalten. Die linksgerichtete Opposition hatte dagegen angekündigt, die Sparvorgaben abzumildern.

In der Schlussphase des portugiesischen Wahlkampfs hatte es die Partei von Ministerpräsident Passos Coelho geschafft zusammen mit ihrem Koalitionspartner, der Volkspartei, die oppositionellen Sozialisten in den Umfragen zu überholen.

Herausforderer Antonio Costa von den Sozialisten, bekannt für Pragmatismus und Volkstümlichkeit, hatte es nicht geschafft, eine profunde Wechselstimmung zu erzeugen.

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