US-Außenminister Pompeo | Bildquelle: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX/Shu

Nach Uran-Ankündigung US-Außenminister Pompeo warnt Iran

Stand: 07.06.2018 09:07 Uhr

Ohne Atomabkommen will der Iran wieder nuklear aufrüsten, das betonte Vizepräsident Saheli nochmals im TV-Interview. Die USA wollen das keinesfalls zulassen.

US-Außenminister Mike Pompeo kritisiert die angekündigte Ausweitung der Urananreicherung im Iran und warnt die Führung in Teheran vor Konsequenzen. "Wir werden es dem Iran nicht erlauben, Nuklearwaffen zu entwickeln", schrieb Pompeo Twitter. Dem Iran sei die Entschlossenheit der USA bekannt.

Iran will Zentrifugen-Fabrik betriebsbereit machen

Der iranische Vizepräsident Ali-Akbar Salehi hatte zuvor in einem Interview im Staatsfernsehen des Irans nochmals betont, sein Land werde sich für den Fall wappnen, dass das Atomabkommen nach der Aufkündigung durch die USA scheitert. Das Interview wurde direkt in der Zentrifugen-Fabrik Ahmadi-Roschan aufgezeichnet. Diese Fabrik könnte innerhalb eines Monats betriebsbereit gemacht werden, sagte Salehi. Dann könnten dort schnellere Zentrifugen hergestellt werden, die über eine höhere Urananreicherung den Brennstoff für iranische Reaktoren liefern könnten. Das Atomabkommen erlaubt dem Iran lediglich, bis 2025 nur langsamere Zentrifugen für eine Urananreicherung unter vier Prozent zu nutzen.

"Wir hoffen, dass ein Scheitern des Deals nicht eintreffen wird, aber technisch bereiten wir uns trotzdem schon vor", betonte Salehi. Dies verstoße weder gegen das Abkommen noch gegen die Vorschriften der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA.

Die IAEA hatte der Iran bereits schriftlich über seine Pläne informiert, sich auf eine Beschleunigung der eigenen Urananreicherung vorzubereiten - eine Drohung, die die iranische Regierung seit dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen im Mai dauerhaft wiederholt.

Ali Akbar Salehi | Bildquelle: picture alliance/AP Photo
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Irans Vizepräsident Ali-Akbar Salehi: "Wir bereiten uns technisch auf ein Scheitern des Atomabkommens vor."

USA uneinig mit Verbündeten

Die USA wollen die Islamische Republik mit Sanktionen zu einer Abkehr sowohl von ihrem Atom- als auch dem Raketenprogramm bringen und eine Änderung des israelfeindlichen Kurses erzwingen. Die anderen Mitunterzeichner Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland wollen an dem Abkommen festhalten.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien bemühen sich derweil bei den USA um eine Ausnahme für europäische Unternehmen bei US-Sanktionen gegen den Iran. Die Minister - Bundesfinanzminister Olaf Scholz, sein französischer Kollege Bruno Le Maire und der britische Außenminister Boris Johnson - erklärten, sie wollten Ausnahmen für EU-Firmen, die seit Inkrafttreten des Abkommens 2016 mit Iran Geschäfte machten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juni 2018 um 04:42 Uhr.

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