Supermarkt in Warschau: Die großen Märkte sollen nach dem Willen der Nationalkonservativen eine Sondersteuer bezahlen | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb

Plan der Nationalkonservativen Polen will Sondersteuer für Lidl, Carrefour und Co.

Stand: 02.11.2015 15:29 Uhr

Die polnischen Nationalkonservativen bereiten nach ihrem Wahlsieg die Umsetzung ihrer Wahlversprechen vor. Sie wollen kleine Läden unterstützen, große Märkte sollen eine Sondersteuer zahlen - auch deutsche Ketten wären davon betroffen.

Die polnischen Nationalkonservativen, die bei der Parlamentswahl am 25. Oktober stärkste Partei wurden, planen eine Sondersteuer für große Supermärkte. Dies soll kleine Läden konkurrenzfähiger machen. Betroffen wären davon vor allem ausländischen Handelsketten, die die großen Supermärkte in Polen betreiben. Die mit 2000 Filialen größte Kette Biedronka gehört einer portugiesischen Gruppe. Auch die französischen Ketten Auchan und Carrefour und die britische Tesco sind stark vertreten, ebenso wie die deutsche Kette Lidl. Auch Aldi und Metro gibt es in Polen.

Supermarkt in Polen | Bildquelle: picture alliance / AP Photo
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Filiale von Biedronka in Warschau

Den Plänen zufolge soll auf die Einkünfte von Supermärkten mit einer Fläche von mehr als 250 Quadratmetern eine Steuer von zwei Prozent erhoben werden. Der Abgeordnete Henryk Kowalczyk von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) geht davon aus, dass durch die Steuer etwa 3,5 Milliarden Zloty (etwa 840 Millionen Euro) in den Staatshaushalt fließen.

Der entsprechende Gesetzentwurf soll in den ersten Monaten des kommenden Jahres ins Parlament eingebracht werden, sagte Kowalczyk der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

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