Nationalisten ziehen durch die polnische Hauptstadt Warschau | Bildquelle: AP

Nationalisten und Antifaschisten Großaufmarsch an Nationalfeiertag in Polen

Stand: 11.11.2017 17:38 Uhr

Am polnischen Nationalfeiertag sind Tausende Nationalisten und Rechtsradikale durch Warschau gezogen. Gleichzeitig versammelten sich Antifaschisten zu einer Gegendemonstration. Zuvor hatte Präsident Duda an einer offiziellen Gedenkfeier zum 99. Unabhängigkeitstag teilgenommen.

Tausende Nationalisten und Rechtsradikale sind bei einem sogenannten Unabhängigkeitsmarsch durch die Straßen der polnischen Hauptstadt Warschau gezogen. Einige trugen Symbole rechtsnationalistischer Gruppen aus den 1930er-Jahren. Sprecher riefen zum Kampf gegen Liberale und zur Verteidigung des Christentums auf. Manche riefen unter anderem Slogans wie "Gott, Ehre, Vaterland" und "Polnische Industrie in polnische Hände", wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete. Zahlreiche Teilnehmer entzündeten bengalische Feuer. Auf einem Plakat wurde ein "Weißes Europa brüderlicher Nationen" gefordert.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von rund 6000 Beamten im Einsatz, um die Menge unter anderem mit Absperrgittern unter Kontrolle zu halten. Antifaschisten kamen unter dem Motto "Für unsere und eure Freiheit" zu einer Gegendemonstration zusammen.

Aufmarsch von Nationalisten zum polnischen Unabhängigkeitstag
tagesthemen 23:15, 11.11.2017, Olaf Bock, ARD Warschau

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Offizielle Kranzniederlegung

Hintergrund war der 99. Jahrestag der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit Polens im Jahr 1918. Damals war die lange Teilung Polens durch Preußen, Österreich-Ungarn und Russland überwunden worden.

In einer offiziellen Zeremonie zum Nationalfeiertag hatten Präsident Andrzej Duda und weitere Spitzenpolitiker am Nachmittag am Grabmal des unbekannten Soldaten in Warschau Kränze niedergelegt. Auf Einladung Dudas nahm an diesen Feierlichkeiten auch EU-Ratspräsident Donald Tusk teil. "Kein Politiker in Polen hat oder wird in Zukunft ein Monopol auf den Patriotismus haben", mahnte der Ex-Ministerpräsident der oppositionellen Bürgerplattform (PO).

Wegen umstrittener Justizreformen hatte die EU Ende Juli ein Verfahren gegen die nationalkonservative Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Warschau gestartet.

Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version dieser Meldung hatten wir fälschlicher Weise mit "Krawalle an Nationalfeiertag in Polen" betitelt. Die hat es jedoch nicht gegeben. Wir haben die Zeile korrigiert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. November 2017 um 18:00 Uhr.

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