Polnische Katholiken beim "Beten für den Weltfrieden" | Bildquelle: dpa

Zehntausende Katholiken Umstrittene "Rosenkranz"-Aktion in Polen

Stand: 07.10.2017 23:23 Uhr

Menschenketten im Gebet an Polens Außengrenzen: Für die Bischöfe ein Massen-Gebet für den Weltfrieden. Kritiker sehen darin aber eher eine gezielt islamfeindliche Aktion. Denn sie fand an einem symbolträchtigen Datum statt - und im Aufruf dazu wurden eindeutige Worte gewählt.

Zehntausende polnische Katholiken haben an den Außengrenzen des Landes Menschenketten gebildet und Gott um die "Rettung Polens und der Welt" gebeten. Sie folgten einem Aufruf der Stiftung Solo Dios Basta zu einem "Rosenkranzgebet an den Grenzen". An der Aktion nahmen hunderte Kirchen aus 22 Diözesen in Grenznähe teil.

Jahrestag der Seeschlacht von Lepanto

Polnische Katholiken beim "Beten für den Weltfrieden" | Bildquelle: dpa
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Wie hier in einem Wald an der tschechisch-polnischen Grenze beteiligten sich an vielen Orten Katholiken an der Aktion.

Polens Bischöfe bezeichneten die Kundgebungen als Massen-Gebet für den Weltfrieden. Kritiker sehen darin hingegen eine gegen den Islam gerichtete Aktion. In einer live im ultrakatholischen Sender Radio Maryja übertragenen Messe erklärte Krakaus Erzbischof Marek Jedraszewski, er bete "für die anderen europäischen Nationen, damit sie die Notwendigkeit verstehen, zu den christlichen Wurzeln zurückzukehren, damit Europa Europa bleibt."

Die Aktion fand am Jahrestag der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 statt. Die christlichen Mittelmeermächte errangen dabei einen überraschenden Sieg über das Osmanische Reich. In ihrem Aufruf zu der Aktion teilte die Stiftung mit, damals sei "Europa vor der Islamisierung" gerettet worden.

Umstrittene Aktion - Katholiken beten an Polens Außengrenzen
Jan Pallokat, ARD Warschau
08.10.2017 16:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Oktober 2017 um 21:00 Uhr in den Nachrichten.

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