Deutsche Botschaft in Ankara (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Spannungen mit der Türkei Türkei hält deutschen Pilger fest

Stand: 28.08.2017 15:53 Uhr

Seit April sitzt ein deutscher Pilger in einem türkischen Abschiebegefängnis. Die türkischen Behörden werfen ihm offenbar Grenzverletzung vor. Der Fall belastet das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen beiden Ländern.

Von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Der 55-jährige Schweriner war im April nahe der Stadt Antakya aufgegriffen worden, als er sich der syrischen Grenze näherte. Nach Angaben der Familie sei ihm klar gewesen, dass er angesichts des Bürgerkrieges nicht nach Syrien würde einreisen können. Er habe aber zumindest bis zur Grenze gehen wollen, um anschließend per Schiff von der Türkei Richtung Israel überzusetzen.

Entgegen ersten Berichten habe seine Pilgerreise allein persönliche Motive verfolgt, keine politischen, sagte der in Köln lebende Bruder der ARD. David B. war im November in Schwerin aufgebrochen und über Polen, Ungarn und Bulgarien in die Türkei gewandert.

Fünf Minuten pro Woche telefonieren

Aus dem Abschiebegefängnis im osttürkischen Erzurum kann der Schweriner einmal wöchentlich für fünf Minuten mit seiner Ehefrau telefonieren. Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Ankara haben David B. inzwischen zwei Mal besucht.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, der Fall sei bereits auf hoher politischer Ebene angesprochen worden. Nach Angaben der Behörde sind zurzeit 54 deutsche Staatsbürger in der Türkei inhaftiert, unter ihnen mehrere Journalisten.

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