Der ehemalige Präsident Perus, Fujimori, im Jahr 2009. | Bildquelle: AFP

Peru Ex-Präsident Fujimori begnadigt

Stand: 25.12.2017 15:48 Uhr

Der Ex-Präsident Perus, Fujimori, kommt vorzeitig aus dem Gefängnis frei. Er gilt als schwer herzkrank und wurde aus humanitären Gründen begnadigt. Die Hintergründe dieser Entscheidung könnten aber rein politischer Natur sein. In der Hauptstadt Lima kam es zu Protesten.

Der frühere Präsident Perus, Alberto Fujimori, ist vom amtierenden Staatschef Pedro Pablo Kuczynski begnadigt worden. Er kommt damit aus der Haft frei. Die Präsidialkanzlei gab humanitäre Gründe für die Entscheidung an. Kuczynski sagte, eine medizinische Untersuchung habe ergeben, dass Fujimori an einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Krankheit leide. Der 79-Jährige gilt als herzkrank. Er musste bereits mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert werden, zuletzt am Samstag.

Perus Ex-Präsident Fujimori begnadigt
tagesschau 10:03 Uhr, 25.12.2017

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Menschenrechtsverletzungen und Korruption

Fujimori stand von 1990 bis 2000 an Perus Staatsspitze und regierte mit harter Hand. Bei seiner Amtsübernahme 1990 war das Land von hoher Inflation und Gewalt durch Guerillas des Leuchtenden Pfads geprägt, die Fujimori rigoros bekämpfte. Er schaffte es schnell, die Wirtschaft durch die Privatisierung staatlicher Unternehmen anzukurbeln.

Im Jahr 2000 floh er jedoch nach Japan, nachdem Beweise aufgetaucht waren, dass er als Präsident Bestechungsgelder angenommen hatte. Fünf Jahre später verblüffte Fujimori Anhänger wie politische Gegner, als er nach Chile floh und dort festgenommen und nach Peru ausgeliefert wurde. 2006 wollte er erneut für die Präsidentschaft kandidieren, wurde aber wegen Machtmissbrauchs vor Gericht verurteilt.

Im Jahr 2007 wurde er wegen des schweren Verstoßes gegen Menschenrechte und Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilt. So soll Fujimori während seiner Amtszeit den Einsatz von Todesschwadronen befohlen haben. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert, um ihre Kinderzahl zu reduzieren - sie wurden als Entwicklungshemmnis gesehen. Bei vollem Strafmaß hätte Fujimori erst mit 93 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden können.

Proteste in Lima

In der Hauptstadt Lima gingen Gegner Fujimoris auf die Straße und hielten Bilder von Opfern der blutigen Niederschlagung durch den ehemaligen Präsidenten während dessen Amtszeit in die Höhe. Die Mutter eines Jungen, der bei einem Fujimori zur Last gelegten Massaker starb, rief mit tränenerstickter Stimme vor dem Haus von Präsident Kuczynski: "Ich kann meinen Jungen nicht vergessen, gerade nicht heute an Weihnachten." Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Handelte Kuczynski Deal mit Familie aus?

Über die Hintergründe der Begnadigung wird spekuliert. Es gibt Gerüchte, dass Präsident Kuczynski mit der Familie Fujimoris einen Deal ausgehandelt habe. Der derzeitige Staatschef ist ebenfalls durch Korruptionsvorwürfe belastet. Aus diesem Grund war gegen ihn ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden, über das das Parlament des Landes am Donnerstag abgestimmt hatte. Federführend war Fujimoris Tochter Keiko, die 2016 die Wahl gegen Kuczynski verloren hatte.

Entgegen der Erwartungen hielt sich Kuczynski jedoch im Amt, da zehn oppositionelle Angeordnete sich bei dem Votum enthielten. Zu den Abgeordneten zählte auch der Sohn Fujimoris, Kenji. Er gehört der oppositionellen Partei Fuerza Popular an. Nun wird vermutet, Kuczynski habe die Begnadigung im Gegenzug zu den Stimmenenthaltungen angeboten.

Kenji dankte dem amtierenden Präsidenten per Twitter für seine "noble und große Geste". Trotz der Konflikte mit ihrem Bruder wegen der gescheiterten Absetzung begrüßte auch Keiko Fujimori die Entscheidung: "Heute ist ein großer Tag für meine Familie."

Perus Ex-Präsident Fujimori begnadigt
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
25.12.2017 06:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2017 um 03:32 Uhr.

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