Vorbereitungen für den ''March for our lives'' | Bildquelle: AFP

Protest gegen US-Waffengesetze Die neue Macht der Schüler

Stand: 23.03.2018 09:58 Uhr

Nach den jüngsten Schulmassakern in den USA ist der Druck auf Politiker und Waffenlobby groß. Am Samstag wollen Hunderttausende beim "Marsch für unsere Leben" auf die Straße gehen.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Der Druck ist groß: Nur wenige Wochen nach dem Schulmassaker von Parkland unterzeichnet der republikanische Gouverneur Floridas, Rick Scott, ein eilig zusammengeschnürtes Gesetz und bricht mit der amerikanischen Waffenlobby.

Wer von nun an in Florida eine Langwaffe kaufen will, muss mindestens 21 Jahre alt sein. Bisher galt ein Mindestalter von 18 Jahren. Und bis der Käufer die Waffe tatsächlich in die Hand bekommt, müssen nach der Neuregelung ganze drei Tage vergangen sein.

"March for Our Lives": Schülerbewegung für schärfere Waffengesetze
Morgenmagazin, 23.03.2018, Verena Bünten, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ein erster kleiner Schritt

Die überlebenden Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School verbuchen das als ihren Erfolg. Es ist ein erster kleiner Schritt zu einem strengeren Waffenrecht. Nach Florida gilt dies hoffentlich bald in den ganzen USA, hofft die junge Aktivistin Sarah Chadwick. Sie organisiert den "March for our Lives" ("Marsch für unsere Leben") am Samstag mit:

"Wir spüren den Druck auf unseren Schultern, Veränderungen durchzusetzen. Dabei sind wir noch Teenager. Dies ist eigentlich die Aufgabe der Politiker, die derzeit an der Macht sind. Aber nun sind wir eben in der Verantwortung und wir werden dafür sorgen, dass wir das hinkriegen."

Schüler, kaum älter als 18 Jahre, stehen hinter dem Protest. Mindestens eine halbe Millionen Menschen erwarten sie am Samstag allein in Washington. Über 800 Veranstaltungen sind parallel weltweit geplant. Die Teenager haben es schon jetzt geschafft, das Thema wach zu halten. Sie werden wahrgenommen.

Trumps Reaktion nicht im Sinne der Schüler

Auch US-Präsident Trump reagierte einige Tage nach den Schüssen von Parkland - wenn auch nicht in ihrem Sinne. Er wolle die Schulen stärken. Für Trump gehört dazu vor allem, ausgewählten Lehrern das Tragen einer Waffe nach absolvierter Ausbildung zu erlauben.

Also mehr Waffen an Schulen, statt weniger, fordert Trump im Gleichklang mit der Waffenlobby NRA. Ähnlich reagieren die Republikaner im US-Kongress. Statt von einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu sprechen, wollen sie den Schulen 50 Millionen Dollar im Jahr geben - für Amoktrainingskurse, Metalldetektoren, verbesserte Schließsysteme und Videokameras.

Vorbereitungen für den ''March for our lives'' | Bildquelle: AFP
galerie

Vorbereitungen für den ''March for our lives''

Überprüfungen sollen verbessert werden

Immerhin soll nun auch das bisher schlecht funktionierende System der Hintergrundüberprüfungen verbessert werden. Doch zu mehr können sich die Republikaner im Kongress derzeit nicht durchringen. Dabei ist Umfragen zufolge die Mehrheit der Amerikaner durchaus für strengere Waffengesetze. "Was wollen sie denn noch hören?", fragt die Oppositionsführerin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. "Es gibt doch einen parteiübergreifenden Weg im Kongress. Lassen sie uns jetzt abstimmen!"

Die Bilder des Marsches in Washington dürften Eindruck machen und könnten den Druck auf die Politiker erhöhen. Und trotzdem werden sie einen langen Atem brauchen, weiß auch der Schüler David Hogg, Überlebender an der Parkland High School. "Auch nach dem Marsch vom Wochenende werden wir weitermachen", verspricht er, "bis die Parlamentarier strengere Gesetze verabschiedet haben. Warum sollen wir zurück an unsere Schulen gehen und unseren Job machen, wenn es die Politiker auch nicht tun?"

Nach Parkland sind die USA mitten in der Waffendebatte
Marc Hoffmann, ARD Washington
23.03.2018 08:49 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 23. März 2018 um 05:47 Uhr.

Darstellung: