Sanitäter mit einem Anschlagsopfer in der Nähe des Bataclan-Theaters in Paris | Bildquelle: AP

Überblick zu den Anschlägen Schauplätze des Pariser Terrors

Stand: 14.11.2015 07:47 Uhr

Ein Stadion, eine Konzerthalle und eine Reihe von Cafés - die Attentäter in Paris schlugen an mehreren Orten der Hauptstadt zu. Sie töteten mehr als 120 Menschen. Ermittler vermuten einen islamistischen Hintergrund. Ein Überblick über die Ereignisse.

Fast zeitgleich griffen die Attentäter an mindestens sechs verschiedenen Orten in der französischen Hauptstadt an.

Konzerthalle Bataclan: Mindestens vier schwer bewaffnete, unmaskierte Männer stürmen während eines Rockkonzerts in das Gebäude und eröffnen das Feuer. Dabei schreien sie "Allahu Akbar" (Gott ist groß). Es folgt eine fast dreistündige Geiselnahme in dem Konzertsaal am Boulevard Voltaire. Der Veranstaltungsort war mit rund 1500 Plätzen ausverkauft.

Augenzeugen berichten der Nachrichtenagentur AFP, die Geiselnehmer hätten Frankreichs Beteiligung an den Luftangriffen gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" in Syrien als Grund für ihren Angriff genannt. Die Polizei stürmt den Konzertsaal kurz vor 0.30 Uhr, der Einsatz ist gegen 1.00 Uhr beendet. Als die Polizei einrückt, sprengen sich die Geiselnehmer mit Sprengstoffgürteln selbst in die Luft, wie Polizeipräfekt Michel Cadot mitteilt. Ein Polizeibeamter sprach von mindestens 100 Toten in dem Gebäude.

Vor der gestürmten Konzerthalle Bataclan werden Menschen in Sicherheit gebracht. | Bildquelle: AFP
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Vor der gestürmten Konzerthalle Bataclan werden Menschen in Sicherheit gebracht.

Fußballstadion Stade de France: Während am Abend das Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland läuft, kommt es in unmittelbarer Nähe des Stadions Stade de France zu mehreren Explosionen. Ermittler berichten von vier Toten. Mindestens zwei der Explosionen werden von Selbstmordattentätern ausgelöst, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Die Anschläge ereignen sich laut einem Polizeisprecher an zwei Eingängen zum Stadion sowie bei einem McDonald's-Restaurant in der Nähe.

Das Spiel wird fortgesetzt, nach dem Abpfiff strömen Hunderte Zuschauer auf den Rasen - wohl auch, weil einige Ausgänge versperrt wurden. Frankreichs Präsident François Hollande, der bei dem Spiel ebenso zugegen war wie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, wird sofort in Sicherheit gebracht. Die deutsche Nationalmannschaft muss nach der mit 0:2 verlorenen Partie die Nacht über in den Stadion-Katakomben ausharren. Mit Polizeieskorte wird das Team schließlich am frühen Samstagmorgen vom Stade de France aus direkt zum Flughafen gebracht. Das Team kehrte entgegen anderslautender Berichte nicht mehr ins Hotel zurück.

Zuschauer verlassen das Stadion in Paris | Bildquelle: dpa
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Ende eines Fußballspiels: Das Stade de France nach dem Abpfiff

Außerdem gibt es an weiteren Orten Attentate. In der Rue de Charonne im 11. Arrondissement im Osten der Stadt werden in der Nähe der Bar La Belle Équipe 18 Menschen getötet. Einsatzkräfte ziehen Planen über die auf dem Bürgersteig liegenden Leichen. Am Café Bonne Bière in der Rue de la Fontaine au Roi sterben mindestens vier Menschen. Am Café Carillon in der Rue Albert werden 14 Opfer gezählt, zahlreiche Menschen werden verletzt. Am Boulevard Voltaire im Osten der Stadt wird ein Mensch getötet.

Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft sind insgesamt acht Angreifer tot. Mit einer Ausnahme sprengten sich alle selbst in die Luft. Ein Attentäter wurde von der Polizei erschossen. Sicherheitskreise gehen offenbar von islamistischen Tätern aus.

Präsident Hollande verhängte für das ganze Land den Ausnahmezustand. Die Grenzkontrollen wurden verstärkt - auch mit Blick auf den Weltklimagipfel, zu dem Paris Ende des Monats Spitzenpolitiker aus aller Welt erwartet werden. Entgegen ersten Ankündigungen blieben die Grenzen aber geöffnet. Außerdem sagte Hollande seine Teilnahme am G20-Gipfel in der Türkei ab. Die Pariser Bürger wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Zudem wurde der U-Bahn- und Busverkehr in Teilen der Stadt unterbrochen. Die Flughäfen sollen jedoch offen bleiben. Landesweit wurden 1500 zusätzliche Soldaten mobilisiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2015 um 07:10 Uhr.

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