Polizisten rücken in Schutzausrüstung vor. | Bildquelle: AFP

Pariser IWF-Büro Paket explodiert - Mitarbeiterin verletzt

Stand: 16.03.2017 19:46 Uhr

Im Pariser Büro des Internationalen Währungsfonds ist ein Paket explodiert. Eine Mitarbeiterin wurde verletzt. Es gibt Parallelen zu einem Fall vom Vortag: Beim Bundesfinanzministerium war ebenfalls ein Paket mit explosivem Gemisch eingegangen.

Im Pariser Sitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist ein Paket eingegangen, das beim Öffnen explodiert ist. Eine Assistentin eines leitenden Mitarbeiters hatte die Post geöffnet. Nach Angaben des Polizeipräfekten Michel Cadot wurde sie von Splittern im Gesicht getroffen, es handele sich aber um leichte Verletzungen.

Bei dem Sprengsatz scheine es sich um eine Art Feuerwerkskörper oder einen großen Böller zu handeln, sagte Cadot weiter und betonte: "Das ist keine Bombe." Doch der Sprengkörper könnte selbst zusammengebaut worden sein. Vor der Explosion seien beim IWF Drohungen per Telefon eingegangen, ein direkter Zusammenhang zu dem Brief sei aber nicht geäußert worden.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorismus

Nach dem Vorfall durchsuchte die Polizei alle vier Stockwerke des Gebäudes und brachte Mitarbeiter vorsorglich in Sicherheit. Mit den Ermittlungen wurde die für Terrorbekämpfung zuständige Staatsanwaltschaft beauftragt.

IWF-Chefin Christine Lagarde nannte den Vorfall einen "feigen Akt der Gewalt" und sie bestätigte "die Entschlossenheit des IWF, unsere Arbeit in Übereinstimmung mit unserem Mandat fortzusetzen". Der französische Präsident François Hollande sprach von einem "Anschlag" und kündigte an, die französischen Behörden würden alles für sie Mögliche tun, um herauszufinden, wer dafür verantwortlich sei.

Das Paket wurde offenbar aus Griechenland verschickt. Die Regierung in Athen vermutet eine autonome Linksgruppierung hinter der Tat.

Ähnlicher Fall im Bundesfinanzministerium

Einen ähnlichen Vorfall hatte es am Tag zuvor in Deutschland gegeben: Im Bundesfinanzministerium war ein Päckchen mit einem sogenannten Blitzknallgemisch entdeckt worden. Es wird häufig zur Herstellung von Pyrotechnik verwendet. Das Paket konnte gesichert und kontrolliert zur Sprengung gebracht werden.

Nachdem sich zunächst herausstellte, dass die Sendung offenbar aus Athen verschickt wurde, bekannte sich eine linksautonome Untergrundorganisation aus Griechenland dazu, die "Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands" geschickt zu haben. Die Polizei äußerte sich bislang nicht zu der Frage, ob die Erklärung echt ist.

Der IWF und das Bundesfinanzministerium spielen beide eine wichtige Rolle bei den Verhandlungern der griechischen Regierung mit ihren internationalen Geldgebern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. März 2017 um 14:00 Uhr.

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