Polizeieinsatz in Saint-Denis | Bildquelle: AP

Fahndung nach Verdächtigen Terror-Drahtzieher in Pariser Vorort gestellt?

Stand: 18.11.2015 09:56 Uhr

Schüsse und Explosionen im Norden von Paris: Bei einem Anti-Terroreinsatz in einem Vorort ist am Morgen mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Zunächst war von zwei Toten die Rede. Einsatz galt dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom Freitag. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Hat sich der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris im Norden der Hauptstadt versteckt? Am frühen Morgen haben französische Spezialeinheiten ein Gebiet im Vorort Saint-Denis abgeriegelt und durchsucht. Bei dem Einsatz kam es zu Schusswechseln und Explosionen. Mindestens eine Personen kam ums Leben. Fünf Polizisten wurden leicht verletzt.

Paris nach dem Anti-Terror-Einsatz
tagesschau 11:00 Uhr, 18.11.2015, Antraud Cordes-Strehle, WDR

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Als Spezialkräfte eine Wohnung in dem Vorort stürmten, sprengte sich eine Frau in die Luft, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Drei Männer, die sich dort ebenfalls verschanzt hatten, wurden festgenommen, zwei weitere Verdächtige in der Nähe. Zuvor hatten Medien aus Polizeikreisen berichtet, es habe zwei Tote gegeben. Eine Person soll sich weiter in der Wohnung verschanzt halten, meldet die Agentur AP unter Berufung auf die Polizei. Ihre Identität sei nicht geklärt.

Der Zugriff richtete sich gegen den Islamisten Abdelhamid Abaaoud, der als Drahtzieher der Anschläge vom Freitag mit 129 Todesopfern gesucht wird. Dies berichteten mehrere französische Medien unter Berufung auf Ermittler.

Saint-Denis liegt nur unweit nördlich des Stade de France, einem der Anschlagsorte vom Freitag. | Karte vergrößern

Das Leben im Viertel steht still

Das Zentrum des Pariser Vororts liegt nur etwa eineinhalb Kilometer vom Stade de France entfernt. Dort hatten sich am Freitag als Teil der blutigen Terrorwelle drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Die Polizei rief die Menschen in der Gegend auf, zu Hause zu bleiben. Die Schulen in der Umgebung blieben geschlossen. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt. In den Straßen bezogen zahlreiche Soldaten Stellung. Auch am Stade de France kontrollierten Polizisten Fahrzeuge.

Waren es insgesamt neun Attentäter?

Abdelhamid Abaaoud | Bildquelle: AP
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Er soll nicht nur die Anschläge von Paris organisiert haben: Abdelhamid Abaaoud

Abaaoud ist der meistgesuchte Islamist Belgiens. Der 28-Jährige hat marokkanische Wurzeln und lebte früher in der Brüsseler Islamistenhochburg Molenbeek, zuletzt soll er sich in Syrien aufgehalten und für die Terrormiliz Islamischer Staat gekämpft haben.

Neben ihm fahndet die Polizei fahndet auch nach mindestens einem weiteren flüchtigen Verdächtigen, dem 26-jährigen Salah Abdeslam. Nach ihm wird auch in Belgien gesucht. Inzwischen tauchte laut Nachrichtenagentur AFP ein Video auf, das auf einen möglichen weiteren flüchtigen Attentäter hindeutet. Das würde bedeuten, dass es insgesamt neun Attentäter gab.

Die Ermittler gehen demnach nun davon aus, dass ein Kommando, das am Freitagabend vor Restaurants und Cafés in der französischen Hauptstadt mehrere Menschen erschoss, aus drei Männern bestand. Nun wird laut AFP geprüft, ob es sich bei dem Mann aus dem Video um einen der beiden Verdächtigen handeln könnte, die bereits in Belgien in Haft sitzen.

Raid - Frankreichs Polizei-Eliteeinheit

Die Raid ist eine Eliteeinheit der französischen Nationalpolizei. Sie wird bei besonders gefährlichen Einsätzen zu Hilfe gerufen. Ihr Name ist die Abkürzung für Recherche - Assistance - Intervention - Dissuasion (übersetzt in etwa: Fahndung - Unterstützung - Eingriff - Abschreckung). Raid wurde 1985 gegründet. Die Spezialtruppe kommt vor allem im Anti-Terror-Kampf und bei Geiselnahmen zum Einsatz. Ihr gehören etwa 300 Männer und Frauen an.

Salah Abdeslam - gefährlich und auf der Flucht

Salah Abdeslam, der auf seiner Flucht möglicherweise bewaffnet ist, hatte zwei Autos angemietet, die nach den Anschlägen in Paris gefunden wurden. Auf seiner Fahrt von Paris nach Belgien wurde sein Auto offenbar mehrfach von der französischen Polizei kontrolliert. Festgenommen wurde er nicht - eine Fahndungspanne.

Die Ermittler waren bislang davon ausgegangen, dass er zusammen mit seinem Bruder Brahim das Attentäter-Kommando vor den Restaurants und Cafés bildete. Brahim sprengte sich schließlich vor einem Café in die Luft.

Bei den koordinierten Angriffen in Paris waren am Freitag mindestens 129 Menschen ermordet worden. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrororganisation IS.

Akuelle Lage in Paris
Ursula Welter, DLR
18.11.2015 10:42 Uhr

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