Blumen für die Opfer von Paris | Bildquelle: REUTERS

Tag drei nach den Anschlägen Was bekannt ist - und was noch nicht

Stand: 16.11.2015 08:16 Uhr

Ein 26-jähriger Franzose, ein Bruder eines der Attentäter von Paris, ist noch immer auf der Flucht. Die französische Polizei hatte ihn am Samstag offenbar kontrolliert, aber wieder laufen lassen. Drei der sieben getöteten Attentäter sind bislang identifiziert. Eine Zusammenfassung der Ereignisse.

Fahndungsfoto von Salah Abdeslam | Bildquelle: dpa
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Die französische Polizei schrieb den 26-jährigen Salah Abdeslam zur Fahndung aus.

Nach der schlimmsten Terrorserie in der Geschichte Frankreichs ist mindestens noch ein Verdächtiger auf der Flucht. Salah Abdeslam ist international zur Fahndung ausgeschrieben. Die französische Polizei veröffentlichte ein Foto des 26-Jährigen. Der in Brüssel geborene Mann sei "gefährlich". Es handelt sich Ermittlern zufolge um den Bruder eines der Selbstmordattentäter.


Bericht über Fahndungspanne

Die Zeitung "Le Monde" berichtet auf ihrer Webseite, Abdeslam sei einen Tag nach den Anschlägen von der Polizei kontrolliert, aber nicht festgenommen worden. Der Tatverdächtige sei am Samstag im nordfranzösischen Cambrai im Zuge der verschärften Grenzkontrollen überprüft worden. Im Auto hätten sich noch zwei weitere Passagiere befunden. Die Beamten räumten demnach ein, dass zu diesem Zeitpunkt bereits seit Stunden klar war, dass Salah Abdeslam der Mieter des VW Polo war, mit dem die Angreifer zur Konzerthalle Bataclan gefahren waren, wo sie später mindestens 89 Menschen erschossen.

Fahndung nach Attentätern der Anschläge in Paris
ARD-Morgenmagazin, 16.11.2015, Ingrid Bertram, WDR

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Fahrzeug mit Waffen entdeckt

Östlich von Paris, im Vorort Montreuil, entdeckte die Polizei am Sonntag einen schwarzen Seat, der vermutlich für die Anschläge und später als Fluchtfahrzeug verwendet worden war. Der Seat war bei den Angriffen auf mehrere Cafés und Restaurants im Osten der Innenstadt benutzt worden. In dem Wagen wurden zwei Kalaschnikows gefunden, wie sie bei den Angriffen verwendet worden waren.

Attentäter handelten eng aufeinander abgestimmt

Der Pariser Staatsanwalt François Molins geht davon aus, dass die Attentäter in drei Gruppen aufgeteilt waren. Die Angriffe am Freitagabend auf die Konzerthalle Bataclan, das Fußballstadion sowie auf Restaurants und Bars seien offenkundig eng aufeinander abgestimmt gewesen und hätten fast zeitgleich stattgefunden.

Die Orte der Anschläge von Paris sind auf einer Luftaufnahme eingezeichnet
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An diesen sechs Orten in Paris wurden die Anschläge verübt.

Sieben Attentäter tot

Sieben Attentäter starben bei den Anschlägen, drei von ihnen sind bislang identifiziert. Bereits am Samstag war mitgeteilt worden, dass ein 29-jähriger Franzose, Omar Ismail Mostefai, unter den toten Selbstmordattentätern im Konzertsaal Bataclan war. Am Sonntag seien nun die Leichen von zwei weiteren Angreifern anhand von Fingerabdrücken identifiziert worden, erklärte Molins.

Es handelt sich demnach um zwei Franzosen, die zuletzt in Belgien gelebt hätten. Die Leichen der 20 und 31 Jahre alten Männer wurden demnach nahe des Stade de France und in einem Restaurant auf dem Boulevard Voltaire gefunden, wo sie sich in die Luft gesprengt hatten. Der Bruder des 31-jährigen, Salah Abdeslam, wird nun mit dem Fahndungsfoto gesucht.

Für den französischen Innenminister Bernard Cazeneuve ist eindeutig, dass die Anschläge im Ausland vorbereitet wurden. "Sehr viele von denen, die in Belgien waren, und zur Organisation und Umsetzung dieser Attentate beigetragen haben, waren den französischen Diensten nicht bekannt", sagte Cazeneuve nach einem Treffen mit seinem belgischen Kollegen Jan Jambon. Belgien steht erneut im Fokus der Ermittler. Zwei der Attentäter lebten hier, bei einer Razzia im Brüsseler Einwanderer-Stadtteil Molenbeek wurden sieben Menschen festgenommen.

Griechische Behörden veröffentlichen Pass-Daten

In der Nähe der Leiche des Selbstmordattentäters beim Stade de France hatten Ermittler einen syrischen Pass gefunden. Die griechischen Behörden veröffentlichten nun Name und Foto des Inhabers. Er soll am 3. Oktober an Bord eines Bootes auf der griechischen Insel Leros angekommen und als Flüchtling registriert worden sein. Anschließend soll der Mann weiter auf der Balkanroute nach Westeuropa gereist sein. Zudem seien auch seine Fingerabdrücke abgenommen worden. Ob es sich bei dem Attentäter um den Syrer handelt, ist noch nicht geklärt. Möglich sein könnte auch, dass es sich bei dem Pass um eine gezielt hinterlassene Fälschung handelt.

Bislang 129 Todesopfer

Insgesamt kamen bei den Anschlägen mindestens 129 Menschen ums Leben. Meldungen, wonach drei weitere Opfer ihren Verletzungen erlegen seien, wurden bisher nicht bestätigt. Noch immer sind nicht alle Opfer identifiziert. Mehr als 40 Verletzte befinden sich immer noch auf der Intensivstation. Mit einer Gedenkmesse in der Kathedrale Notre-Dame am Sonntagabend würdigte Frankreich die Opfer der Terroranschläge.

Der Ausnahmezustand über das gesamte Land wurde auf drei Monate verlängert. Frankreichs Präsident François Hollande hatte zuvor erklärt, sein Land befinde sich im Krieg gegen den IS. Am Sonntag griff die französische Luftwaffe Stellungen des IS in Syrien massiv an. Die Bombardements richten sich gegen die IS-Hochburg Rakka. Frankreichs Luftwaffe fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Seit September dieses Jahres bombardierte Frankreich mehrfach auch Ziele in Syrien.

Unter den Toten ist mindestens auch auch ein Deutscher - es handelt sich um einen 28-Jährigen aus Bayern. Deshalb hat Generalbundesanwalt Peter Frank Ermittlungen aufgenommen.

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