Paris nach dem Anrgiff auf Polizeiwache | Bildquelle: REUTERS

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein Erneut Terrorverdacht in Paris

Stand: 07.01.2016 16:42 Uhr

Bei dem Angreifer der Polizeiwache in Paris ist ein Papier mit einer IS-Fahne und ein auf Bekennerschreiben gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft leitete Terrorermittlungen ein. Der mit einem Messer bewaffnete Mann war bei dem Angriff erschossen worden.

Nach dem Angriff auf eine Polizeiwache in Paris am Jahrestag des Terroranschlags von "Charlie Hebdo" hat die Staatsanwaltschaft jetzt Terror-Ermittlungen eingeleitet. Der mit dem Messer bewaffnete Mann habe ein Papier mit einer Fahne der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" und ein auf Arabisch verfasstes Bekennerschreiben bei sich gehabt. Darin habe er seine geplante Tat als Rache für "die Angriffe in Syrien" bezeichnet. Frankreich fliegt in Syrien im Rahmen der US-geführten Militärkoalition Luftangriffe gegen die IS-Miliz. Der Angreifer stammt offenbar aus Marokko.

Am Jahrestag des Terroranschlags von "Charlie Hebdo" hatte der Mann versucht in das Kommissariat im 18. Bezirk einzudringen, wie das Innenministerium mitteilte. Der Mann habe "Allah ist groß" gerufen, sagte ein Sprecher dem Nachrichtensender BFM TV. Eine Polizeigewerkschaft erklärte unter Berufung auf Beamte, der Mann habe sich in die Luft sprengen wollen. "Er schrie 'Gott ist groß', und aus seiner Kleidung hingen Drähte heraus. Deshalb haben die Polizisten das Feuer eröffnet", sagte ein Sprecher. Der Mann wurde erschossen. Später wurde bekannt, dass es sich bei dem Gürtel um eine Sprengstoffattrappe gehandelt habe.

Suche nach möglichem Komplizen

Den Angaben zufolge wurden nach dem Vorfall die Polizeiwache im Norden der Hauptstadt geräumt und die Umgebung abgeriegelt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Komplize auf der Flucht sei.

Vereitelter Angriff am Gedenktag in Paris
tagesschau 20:00 Uhr, 07.01.2016, Mathias Werth, ARD Paris

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Jahrestag der "Charlie Hebdo"-Attacke

Fast zeitgleich mit dem Angriff hatte Präsident François Hollande bei einer Gedenkveranstaltung zum Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" vor genau einem Jahr auf die anhaltende Terrorgefahr in Frankreich hingewiesen. Er sicherte der Polizei eine bessere Ausrüstung zu, um Anschläge zu verhindern und verteidigte die drastischen Maßnahmen, mit denen die Regierung auf die Attentate im vergangenen Jahr reagierte. Der Terrorismus sei noch immer eine Bedrohung.

Hollande | Bildquelle: dpa
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Präsident Hollande bei der Gedenkveranstaltung

Am 7. Januar 2015 hatten islamistische Terroristen die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris angegriffen und zwölf Menschen ermordet. Bei Attacken auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt an den beiden folgenden Tagen kamen fünf weitere Menschen um. Die insgesamt drei Angreifer wurden getötet. Seither ist Frankreich in Alarmbereitschaft.

Dennoch erschütterte im November eine weitere islamistische Terrorwelle Paris und kostete 130 Menschen das Leben. Noch immer gilt der Ausnahmezustand. Tausende Sicherheitskräfte sollen für Schutz sorgen.

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Der Anschlag auf "Charlie Hebdo" - und was danach geschah (09. und 10.01.2015)

Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" gilt in Frankreich als Symbol einer freien Presse, die mit bissigem Humor religiösen Fanatismus, Rassismus, Intoleranz und die Exzesse des Kapitalismus angreift. Die aktuelle Ausgabe nimmt das Buch "Unterwerfung" von Michel Houellebecq aufs Korn, das für Frankreich das Szenario eines muslimischen Präsidenten im Jahre 2022 entwirft. | Bildquelle: AFP

Angriff auf Pariser Kommissariat
K. Gallmeyer, ARD Paris
07.01.2016 17:31 Uhr

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