Ein Mann guckt auf eine Grafik auf dem PC | Bildquelle: NDR

Frei zugängliche Plattform "Paradise Papers"-Daten publiziert

Stand: 17.11.2017 14:00 Uhr

Das Internationale Konsortium für Investigative Journalisten hat die ersten Daten aus den "Paradise Papers" veröffentlicht. In der Datenbank sind zunächst Informationen zu 25.000 Offshore-Konstrukten zu finden. In den kommenden Wochen werden weitere Unterlagen publiziert.

In der Datenbank des Internationalen Konsortiums für Investigative Journalisten (ICIJ) sind seit heute erstmals Unterlagen der "Paradise Papers" für jedermann zugänglich gemacht. Zunächst wurden Informationen über 25.000 Offshore-Konstruktionen eingestellt. Dabei geht es um Daten der Kanzlei Appleby zu Trusts und Firmen in mehr als 30 Jurisdiktionen. Auch Adressen und Namen von Direktoren und Anteilseignern sind in den Daten zu finden.

Weitere Daten folgen

Die Offshore-Leak-Datenbank beinhaltet bereits Dokumente der Projekte "Panama Papers", "Offshore Leaks" und "Bahamas Leaks". Insgesamt sind nun mehr als 520.000 Datensätze durchsuchbar. Das ICIJ wird in den kommenden Wochen weitere Unterlagen der "Paradise Papers" in die Datenbank einspeisen. Darunter sind mehr als 100.000 Aufzeichnungen aus verschiedenen Finanzplätzen weltweit, die als intransparent gelten.

Das Netzwerk der Investigativ-Journalisten

Das ICIJ ist ein weltweites Netzwerk von Investigativ-Reportern aus 70 Ländern. Die Journalisten arbeiten länderübergreifend an Projekten zu den Themen Korruption, Kriminalität und Verantwortung politischer Akteure. Zu ihren bisherigen Veröffentlichungen gehören die "Panama Papers" und die "Paradise Papers". In Deutschland arbeiten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" in dem Verbund.

Das ICIJ hat unter anderem den Pulitzer Preis gewonnen. Es finanziert sich durch Spenden von Privatpersonen und Stiftungen.

Die "Paradise Papers"

Mehr als ein Jahr haben 381 Journalistinnen und Journalisten von 96 Medienpartnern aus 67 Ländern den Datensatz der sogenannten "Paradise Papers" ausgewertet. Darin haben sie zahlreiche Geschichten entdeckt. Die Daten waren der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt worden. Die Koordination der Recherche übernahm das Internationale Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ). Insgesamt umfassen die "Paradise Papers" rund 13,4 Millionen einzelne Dateien.

Über dieses Thema berichtete die ARD in der Sendung "Paradise Papers" am 05. November 2017 um 23:05 Uhr

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