Patriarchen Kyrill und Papst Franziskus umarmen sich bei ihrem Treffen auf Kuba | Bildquelle: dpa

Historischer Kirchengipfel "Brüder" - nach 1000 Jahren

Stand: 13.02.2016 01:36 Uhr

Ein Bild fürs Geschichtsbuch: Die Umarmung  zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill beendet die fast 1000 Jahre währende Eiszeit zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

"Wir sind Brüder, endlich" - mit diesen Worten hat Franziskus den Patriarchen aus Moskau begrüßt. "Wir haben wie Brüder gesprochen, wir haben die gleiche Taufe und sind beide Bischöfe. Wir sprachen über unsere Kirchen und stimmen überein, dass der Weg zur Einheit dann entsteht, wenn man ihn beschreitet."

Seit annähernd 1000 Jahren sind die katholische und die orthodoxe Kirche getrennt. In der gemeinsamen Erklärung, die der Papst und der Patriarch im Anschluss an ihre Begegnung unterzeichneten, ist die Rede von "Konflikten" und "Wunden", die man sich gegenseitig zugefügt habe.  Vor diesem historischen Hintergrund ist die Begegnung von Havanna an sich schon ein kleines Wunder.

Papst trifft Patriarch Kyrill
tagesschau 08:35 Uhr, 13.02.2016, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko

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Kyrill lobte danach ausdrücklich das Gesprächsklima: "Es war ein inhaltlich tiefes Gespräch, das uns die Möglichkeit gab, unsere Positionen besser zu verstehen." Das Treffen im Flughafengebäude von Havanna kam ohne großes Protokoll aus. Der Schwerpunkt lag auf der persönlichen Begegnung von Kyrill und Franziskus, die gut zwei Stunden dauerte und bei der nur am Anfang Kameras zugelassen waren.

Gemeinsame Initiativen - aber welche?

"Es war ein offenes Gespräch", sagte Franziskus im Anschluss. Er habe "den Trost des Heiligen Geistes" bei diesem Dialog gespürt. "Ich bedanke mich beim Patriarchen für die brüderliche Bescheidenheit, mit der er mir begegnet ist, und für seinen Wunsch nach Einheit. Wir haben uns auf eine Reihe von Initiativen verständigt, die ich für realisierbar halte."

Einig sind sich Kyrill und Franziskus auch in der Sorge um die Christen im Nahen Osten und fordern die internationale Gemeinschaft auf, die Vertreibung der Christen aus Syrien und dem Irak zu stoppen.

Ein Appell - vor allem in Richtung Ukraine

Patriarchen Kyrill und Papst Franziskus umarmen sich bei ihrem Treffen auf Kuba | Bildquelle: dpa
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Eine Umarmung, die Kirchengeschichte schreibt: Patriarch Kyrill und Papst Franziskus.

Welche "Initiativen" Rom und Moskau künftig betreiben wollen, ließ Franziskus offen. In der gemeinsam unterzeichneten Erklärung bekräftigen Papst und Patriarch ihre Bereitschaft, ab sofort alles zu unternehmen, "um die Gegensätze zu überwinden". Ein starkes Plädoyer, das sich insbesondere an Katholiken und Orthodoxe in der Ukraine richtet, die in der gemeinsamen Erklärung aufgefordert werden, "sich miteinander zu versöhnen und Formen des Zusammenlebens zu finden". Die Kirchen in der Ukraine dürften auf keinen Fall "eine weitere Entwicklung des Konfliktes unterstützen".

"Die Christen auf der ganzen Welt zu verteidigen"

Es gibt noch zahlreiche Punkte, die die Kirchen trennen, auch darin sind sich beide einig, betonen in Havanna aber vor allem die Gemeinsamkeiten. Das Engagement für die Familien, für die Ehe von Mann und Frau, für das ungeborene Leben. Hier sieht Kyrill, der nicht müde wird, den Werteverfall des Westens anzuprangern, die katholische Kirche als natürliche Bündnispartnerin.

"Als Ergebnis des Gesprächs können wir versichern, dass heute die beiden Kirchen zusammenarbeiten können, um die Christen auf der ganzen Welt zu verteidigen", so der Patriarch. "Wir wollen mit voller Verantwortung gemeinsam alles unternehmen, um dem Krieg ein Ende zu setzen, damit das Leben der Menschen respektiert wird und die Basis der persönlichen, familiären und sozialen Moral gestärkt wird."

Papst trifft russisch-orthodoxen Patriarchen in Havanna
T. Kleinjung, ARD Rom
13.02.2016 00:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2016 um 08:35 Uhr.

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