Plakate in Ägypten heißen Franziskus als "Papst des Friedens" willkommen. | Bildquelle: dpa

Der Papst in Ägypten Der Brückenbauer

Stand: 28.04.2017 12:11 Uhr

Plakate in Ägypten heißen den "Papst des Friedens" willkommen. Und Frieden bringen - genau das ist das Ziel von Franziskus auf seiner Reise in ein Land, in dem Christen eine von Anschlägen bedrohte Minderheit sind.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Nein, von Sicherheitsbedenken hat sich der Papst nicht von seinen Reiseplänen abhalten lassen. Zwar gibt es seit den jüngsten Terroranschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten vor nicht einmal drei Wochen mit mehr als 40 Toten diese Bedenken, doch Franziskus will keine Abstriche machen, sagt sein Sprecher Greg Burke: "Natürlich ist die Sicherheit ein Thema. Aber auch nach den letzten Attentaten will der Papst weiter vorangehen. Das ist auch ein Zeichen der Nähe. Ich würde nicht das Wort Besorgnis gebrauchen. Aber wir leben in einer Welt, in der das offenbar zum Leben dazugehört. Aber wie man am Papst sieht: Wir machen entspannt weiter."

Nur ein kleines Zugeständnis gab es: Die Papstmesse am Samstagmorgen, zu der bis zu 25.000 Gläubige erwartet werden, wurde verlegt und findet nicht mehr wie geplant in einer Halle im Zentrum von Kairo statt, sondern in einem Stadion der ägyptischen Luftwaffe am Stadtrand, weil sich das besser sichern lässt. Ansonsten läuft alles wie geplant.

Papst Franziskus besucht Ägypten
tagesschau 20:00 Uhr, 28.04.2017, Alexander Stenzel, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Botschaft: Christen und Muslime - Seite an Seite

Der Papst hat nur 27 Stunden, um seiner kleinen Ortskirche - den nur rund 227.000 Katholiken in Ägypten - den Rücken zu stärken, die Ökumene mit den koptisch-orthodoxen Christen voranzubringen und vor allem, den Dialog mit dem Islam zu vertiefen.

Im Vatikan ist dafür Kardinal Jean-Louis Tauran zuständig. Er war schon vorab in Kairo, um den Papstbesuch vorzubereiten. "Der Dialog zwischen Muslimen und Christen braucht diese Normalisierung", sagt Tauran. Er glaubt, Franziskus werde mit folgender Botschaft nach Ägypten reisen: "Es ist möglich, zusammen zu leben. Christen und Muslime können zusammen leben. Man ist nicht entweder ein Gläubiger oder ein Bürger. Gläubige sind Bürger und tragen Werte in die Gesellschaft."

Trotz oder gerade wegen der Anschläge auf Kirchen, trotz der Flucht von Christen von der Sinai-Halbinsel - der Papst will den Dialog mit dem Islam vertiefen. Er wird auf einer hochrangig besetzten Friedenskonferenz in der Al-Azhar-Universität sprechen. Al-Azhar gilt als die oberste Autorität im sunnitischen Islam und höchst einflussreich in der islamischen Welt.

Der Wunsch nach "Erbauern von Friedensbrücken"

Seit fast 20 Jahren sind der Vatikan und Al-Azhar im Gespräch. Eine Eiszeit gab es nur nach der Regensburger Rede, mit der Papst Benedikt XVI. 2006 für Verstimmungen gesorgt hatte, ebenso wie mit seiner Forderung nach einem besseren Schutz für die Kopten 2011.

Unter Papst Franziskus hat sich das Verhältnis wieder entspannt, auch weil er Botschaften wie diese für die Ägypter im Gepäck hat: "Unsere Welt, die von blinder Gewalt zerrissen ist, die auch das Herz eures Landes getroffen hat, braucht Frieden, Liebe, Barmherzigkeit. Braucht Friedensstifter. Freie Menschen und Menschen, die befreien. Mutige Menschen, die von der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu bauen, ohne Vorurteile. Unsere Welt braucht Erbauer von Friedensbrücken, von Dialog und Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Humanität."

Ist der Papst zu naiv?

Es gibt Kritiker, die dem Papst Naivität im Umgang mit dem Islam vorwerfen, dass er das Wesen des Islam nicht begreife und vor allem auf symbolische Gesten setze. Diese Gefahr gilt auch beim Treffen mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Der gilt zwar als Freund der Christen, ihm wird aber auch vorgeworfen, zu wenig zu tun, um Anschläge zu verhindern.

Dagegen dürfte das Treffen mit Tawadros II., dem koptischen Papst, ein eher einfacher Termin sein, auch weil mit Bartholomäus der Ehrenprimas der orthodoxen Christen nach Kairo kommt. Und das Abschlussprogramm am Samstag wird dann ohnehin eine Art Heimspiel, wenn Franziskus sich nach der Messe mit den Bischöfen und katholischen Priestern und Ordensleuten trifft.

Papst Franziskus zu Besuch in Ägypten
J.-C. Kitzler, ARD Rom
28.04.2017 11:19 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. April 2017 um 14:00 Uhr.

Darstellung: