Papst Franziskus | Bildquelle: AFP

Weihnachtssegen "Urbi et Orbi" Papst ruft zum Frieden im Nahen Osten auf

Stand: 25.12.2015 12:32 Uhr

Zehntausende Gläubige haben auf dem Petersplatz in Rom die Weihnachtsbotschaft des Papstes empfangen. Franziskus spendete den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" und rief zu stärkeren Friedensbemühungen in den Krisengebieten der Welt auf.

Auf dem Petersplatz in Rom fanden sich Zehntausende Gläubige zusammen, um bei strahlendem Sonnenschein die Weihnachtsbotschaft des Papstes zu empfangen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche rief zum Frieden im Nahen Osten auf. Gerade dort, wo Jesus als Mensch gewordener Sohn Gottes zur Welt gekommen sei, gingen Spannungen und Gewalt weiter, sagte Franziskus in seiner Ansprache von der Loggia des Petersdoms. Er bat Israelis und Palästinenser darum, die Auseinandersetzungen zu beseitigen, die solch "schwere Konflikte in der Region" herbeigeführt hätten.

"Mögen Israelis und Palästinenser wieder in direkten Dialog miteinander treten und zu einer Übereinkunft gelangen, die den beiden Völkern erlaubt, in Harmonie zusammenzuleben."

Der Papst äußerte zugleich die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges in Syrien. Er erbitte, "dass die vor den Vereinten Nationen erreichte Übereinkunft baldmöglichst das Waffenrasseln in Syrien zum Schweigen bringen kann". Ebenso wichtig sei, dass die Vereinbarung über eine Einheitsregierung in Libyen die Unterstützung aller finde.

Franziskus dankt den Flüchtlinshelfern

Franziskus dankte Menschen und Ländern, die sich weltweit für Flüchtlinge einsetzen. "Mögen all jene - Einzelne und Staaten - mit reichem Segen belohnt werden, die sich großherzig einsetzen, um den zahlreichen Migranten und Flüchtlingen beizustehen und sie aufzunehmen, und ihnen helfen, für sich und ihre Lieben eine würdige Zukunft aufzubauen."

Auch an die Opfer der weltweiten Terroranschläge erinnerte Franziskus. Er ging auf die Konflikte in der Ukraine und in Afrika ein und erklärte:  

"Nur Gottes Gnade kann die Menschheit von den vielen Formen des Bösen befreien, einem bisweilen monströsen Bösen, das aus Egoismus heraus in unserer Mitte wächst."

Die Botschaft von der Loggia des Petersdoms und der Segen "Urbi et Orbi" sind ein Höhepunkt der christlichen Weihnacht. Zehntausende Menschen verfolgten die Worte auf dem wegen Terrorgefahr in diesem Jahr besonders gesicherten Petersplatz. Wie auch im vergangenen Jahr verzichtete Franziskus auf den Segen in mehreren Sprachen. 120 Fernsehsender übertrugen das Ereignis live in rund 60 Länder.

In seiner Christmette an Heiligabend hatte der Papst im Petersdom die moderne Konsumgesellschaft angeprangert.

Urbi et Orbi

Der Segen "Urbi et Orbi" ist einer der bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die Formel "der Stadt und dem gesamten Erdkreis" geht auf die antiken Römer zurück. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein. Das antike Reichsbewusstsein setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich.

Heute wird der Segen zu feierlichen Anlässen wie am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag oder nach einer Papstwahl erteilt. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche gespendet werden. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist für alle Gläubigen mit einem besonderen Ablass verbunden.

Papst Franziskus spendet traditionellen Segen
tagesschau 23:15 Uhr, 25.12.2015, Ellen Trapp, ARD Rom

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