Panama City

Reaktion auf "PanamaPapers" Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

Stand: 04.04.2016 08:42 Uhr

Panamas Staatsanwaltschaft hat auf die Enthüllungen der "PanamaPapers" reagiert und Ermittlungen eingeleitet. Präsident Varela sagte volle Kooperation zu. Die betroffene Kanzlei "Mossack Fonseca" reagierte verärgert auf die Enthüllungen: "Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen".

Nach den Enthüllungen über in Panama gegründete Briefkastenfirmen hat die Staatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes Ermittlungen zu den Vorwürfen eingeleitet. "Nachdem Informationen zu den sogenannten 'PanamaPapers' publik geworden sind, gibt die Staatsanwaltschaft den Beginn entsprechender Ermittlungen bekannt", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Aus den Dokumenten geht hervor, dass zahlreiche Politiker, Sportler und Prominente ihr Geld in Offshorefirmen geparkt haben. Die Unternehmen sollen zum Teil von der Kanzlei "Mossack Fonseca" gegründet worden sein.

"Wir wurden gehackt"

Kanzlei-Teilhaber Ramón Fonseca Mora wehrte sich gegen die Vorwürfe. Sein Unternehmen helfe nicht bei Geldwäsche oder Steuerhinterziehung, sagte er im Fernsehsender TVN. "Mossack Fonseca" gründe lediglich Firmen und verkaufe sie dann an Banken, Vermögensverwalter oder Anwälte. Eine Geschäftsbeziehung zu den Endkunden bestehe nicht. Seine Kanzlei sei seit 40 Jahren im Geschäft und habe bislang fast 240.000 Firmen gegründet.

"Wir kümmern uns um den juristischen Teil und verkaufen sie dann an Zwischenhändler", erklärte er. "Alle, die jetzt in den Veröffentlichungen auftauchen, sind keine Kunden von uns, sondern der Zwischenhändler." Fonseca räumte ein, dass die veröffentlichten Dokumente zum Teil aus seiner Kanzlei stammen. "Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen", sagte der frühere Berater von Panamas Präsident Juan Carlos Varela. Er führt die Kanzlei gemeinsam mit dem deutschstämmigen Rechtsanwalt Jürgen Mossack.

Präsident sagt Unterstützung zu

Panamas Präsident Juan Carlos Varela sagte unterdessen die volle Kooperation seines Landes bei der Aufklärung des Falls zu. Sein Land werde dazu "energisch" mit der Justiz zusammenarbeiten, teilte Varela am Sonntagabend mit. Im Übrigen sollten die Enthüllungen nicht davon ablenken, dass seine Regierung eine "Null-Toleranz"-Politik im Umgang mit illegalen Aktivitäten in der panamaischen Finanzindustrie fahre.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. April 2016 um 09:00 Uhr.

Darstellung: