Der 13-jährige palästinensische Junge im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem. | Bildquelle: REUTERS

Aussage über Palästinenserjungen Israel wirft Abbas Lügen vor

Stand: 15.10.2015 19:21 Uhr

Palästinenserpräsident Abbas hat Israel vorgeworfen, einen 13-Jährigen, der Israelis mit einem Messer attackiert hatte, "kaltblütig hingerichtet" zu haben. Doch der Junge ist gar nicht tot, sondern wird in einem israelischen Krankenhaus behandelt. Israel warf Abbas vor, durch Falschaussagen Gewalt anzustacheln.

Israel hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas wegen falscher Aussagen über den angeblichen Tod eines 13-Jährigen Anstachelung zur Gewalt vorgeworfen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu beschuldigte Abbas, inmitten der aufgeheizten Stimmung Lügen zu verbreiten. Auch der israelische Präsident Reuven Rivlin erklärte: "Die Wahrheit ist nicht relativ".

Junge lebt noch

Der Palästinenserpräsident hatte am Mittwochabend erklärt, Israel habe den 13-Jährigen und andere Jugendliche kaltblütig exekutiert. Jedoch ist der Teenager noch am Leben. Israel veröffentlichte Bilder und Videoaufnahmen, die den Jungen bei Bewusstsein in einem israelischen Krankenhaus zeigten.

Nach einer mutmaßlichen Messerattacke auf zwei Israelis am Montag war der Junge von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Sein 15-jähriger Cousin, mit dem er die Tat verübt hatte, wurde erschossen.

Richard C. Schneider, ARD Tel Aviv, zur Gewalt im Nahen Osten
tagesschau24 10:00 Uhr, 16.10.2015

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Falsche Informationen?

Abbas Berater Saeb Erekat sagte anschließend, Abbas habe eine falsche Information erhalten, dass der Junge tot sei. Gleichzeitig warf er aber Israel vor, zu überzogener Gewalt zu greifen. "Es hätte viele Wege gegeben, diese Leute festzunehmen, aber sie entscheiden sich zu schießen, mit dem Ziel zu töten. Und das ist in vielen Fällen passiert", sagte Erekat.

Seit Mitte September kamen bei Angriffen von Palästinensern acht Israelis ums Leben. 31 Palästinenser wurden von den Sicherheitskräften erschossen, 14 von ihnen, nachdem sie der Polizei zufolge Israelis angegriffen hatten.

Der 13-jährige palästinensische Junge im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem. | Bildquelle: REUTERS
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Der 13-jährige palästinensische Junge im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem. Das Foto wurde von der israelischen Regierung herausgegeben.

Verschärfte Rhetorik

Abbas wurde im Zuge dieser neuen Gewaltwelle in den eigenen Reihen einmal mehr als zu versöhnlich gegenüber Israel kritisiert. In seiner Rede am Mittwochabend verschärfte er offenbar daraufhin seine Rhetorik. "Wir werden der Logik der brutalen Gewalt und der Politik der Besatzung und Aggression durch die israelische Regierung und ihre Herden von Siedlern die Terror gegen unser Volk und unsere heiligen Stätten verüben, nicht nachgeben", sagte Abbas.

Nach palästinensischen Aufrufen zu einem "Tag des Zorns" am Freitag werden nun neue Konfrontationen befürchtet.

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