Somalische Flüchtlinge im Flüchtlingslager Dadaab | Bildquelle: AP

Oxfam-Studie Kluft zwischen Arm und Reich immer größer

Stand: 16.01.2017 07:34 Uhr

Die globale Ungleichheit nimmt laut der britischen Hilfsorganisation Oxfam immer dramatischere Ausmaße an. Demnach verfügen die acht reichsten Männer über ein ähnlich großes Vermögen wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Die Zahlen sind aber umstritten.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Wer die Top Ten auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt studiert, der entdeckt dort Männer wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder den Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Die ersten acht Männer in diesem Ranking verfügen zusammen über ein Vermögen von 426 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr, als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt - das sind mehr als dreieinhalb Milliarden Menschen. Das ist die Quintessenz des jüngsten Oxfam-Berichts, sagt Kampagnenleiter Max Lawson. "Die soziale Ungleichheit wächst, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich jedes Jahr weiter und hat jetzt ein neues Extrem erreicht. Was neu ist: Jetzt sehen alle, welche politischen Folgen das hat."

Oxfam-Zahlen

Oxfam greift für seinen Bericht zur weltweiten Vermögensverteilung auf zwei Datensätze zu: die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt und den Vermögensbericht der Bank Credit Suisse, in dem geschätzt wird, wie viel Vermögen die ärmste Hälfte der Welt besitzt.

Bereits im vergangenen Jahr gab es Kritik an der Methodik von Oxfam. Auch in diesem Jahr lautet der Vorwurf, Oxfam verzerre die Realität: So bewerte Credit Suisse einen deutschen Rentner ohne Eigenkapital, der gerade einen kleinen Kredit aufgenommen habe, als ärmer als einen Bauern in Afrika.

Oxfam argumentiert, ihre Veröffentlichung sei keine Wissenschaft und gebe dies auch nicht vor. Die Zahlen seien Schätzungen. Entscheidend sei, dass die extreme Ungleichheit des Vermögens real sei. Darauf wolle die Organisation hinweisen.


Armutsbericht: Ungleichheit in der Welt wächst
tagesschau 17:00 Uhr, 16.01.2017, Anke Hahn, ARD Berlin

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Unzufriedenheit überall auf der Welt

Als Beleg führt Lawson den Aufstieg und Erfolg populistischer Bewegungen an, die Entscheidung der Briten für den Brexit und die Entscheidung der US-Amerikaner, Donald Trump in das Weiße Haus zu wählen, sei beides auch ein Ausdruck der Unzufriedenheit darüber, dass der Wohlstand ungerecht verteilt sei - nicht nur in den Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern auch in den Industriestaaten. "Das stimmt für die USA und Großbritannien genauso wie für Indonesien, Südafrika oder die ärmsten Länder. Überall auf der Welt hat sich die Ungleichheit vergrößert in den letzten Jahrzehnten. Das verursacht soziale Probleme, verhindert die Ausradierung der Armut und zerfrisst unsere Gesellschaften."

Sowohl vermögende Menschen als auch Konzerne müssten ihren fairen Teil dazu beitragen, etwa Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Absicherung zu finanzieren. Die britische Nothilfe- und Entwicklungsorganisation plädiert dafür, "neoliberale Glaubenssätze" aufzugeben und insbesondere in der Steuerpolitik das Gemeinwohl wieder in den Mittelpunkt zu rücken. "Unser Wirtschaftsmodell ist kaputt, weil es die ganz oben belohnt und daran scheitert, die Früchte des Wachstums gerechter zu verteilen. Mehr dieses Wohlstands müsste für Schulen ausgegeben werden und weniger für Superjachten."

Jörn Kalinski, Oxfam Deutschland, mit Informationen über die Oxfam-Studie
tagesschau24 15:30 Uhr, 16.01.2017

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"Steueroasen sind ja kein Wetterphänomen"

Lawson fordert, die Steuervermeidung von Wohlhabenden und internationalen Konzernen zu bekämpfen, indem ein globaler Mindeststeuersatz für Konzerne eingeführt wird und indem etwa Apple, Google und Co transparent machen müssen, wo sie welche Gewinne erzielen, um sie auch dort zu besteuern. Auch den Steuerparadiesen will Oxfam den Garaus machen. "Es ist durchaus möglich, das Problem der Steueroasen zu lösen. Die sind ja kein Wetterphänomen, sondern wurden von Menschen geschaffen. Man kann sie also schließen, und man kann sie regulieren. Früher war es für Reiche und Konzerne auch nicht möglich, ihr Geld auf diese Weise zu verstecken."

In Deutschland besitzen laut Oxfam 36 Milliardäre zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Bundesbürger. Der Report mit dem Titel "Eine Wirtschaft für die 99 Prozent" beruht auf Daten, die die Schweizer Bank Credit Suisse zusammengetragen hat. Hoffnung macht Lawson das Beispiel Namibia. Das Land im Süden Afrikas habe es geschafft, durch eine stärkere Besteuerung von Vermögenden und Investitionen und die Bildung die soziale Ungleichheit zu verringern.

Oxfam: Immer weniger Reiche besitzen immer mehr
Stephanie Pieper, ARD London
16.01.2017 06:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Januar 2017 um 10:35 Uhr sowie Deutschlandfunk am 16. Januar 2017 um 05:53 Uhr.

Korrespondentin

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Stephanie Pieper, RBB

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