Ein Verletzter wird von Soldaten versorgt | Bildquelle: AFP

Terroristen nehmen Geiseln in Burkina Faso Kämpfe um Hotel in Ouagadougou

Stand: 16.01.2016 08:04 Uhr

Noch immer dauert die Geiselnahme in einem vor allem bei Ausländern beliebten Hotel in Ouagadougou an. Mehrere Terroristen hatten am Abend um sich geschossen und dabei mindestens zehn Menschen getötet. Hinter dem Angriff steckt ein Ableger von Al Kaida.

Ouagadougou am Freitagabend. Vor dem Hotel "Splendid" im Stadtzentrum explodieren zwei geparkte Autos. Anschließend sind Schüsse und weitere Explosionen zu hören. So schildern Augenzeugen den Beginn des Terror-Angriffs auf ein Hotel in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso. "Ich habe drei oder vier vermummte und bewaffnete Gestalten gesehen", berichtet ein Augenzeuge dem französischen Sender RFI. "Sie haben das Hotel betreten, dann fielen sofort Schüsse und Menschen flohen aus dem Gebäude."

Alpha Barry, der Außenminister von Burkina Faso, bestätigt diese Darstellung. Die Verdächtigen seien mit Geländewagen vorgefahren. "Über ihre Identität ist bisher nichts bekannt. Es ist offenbar ein Terror-Angriff, das Hotel wurde besetzt."

Angriff auf Hotel in Ouagadougou
tagesschau 10:00 Uhr, 16.01.2016

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Minister: Mindestens zehn Tote

Seit zwei Uhr nachts Ortszeit gehen Soldaten der Armee von Burkina Faso gegen die Angreifer vor. Außenminister Barry lehnt aber auch ausländische Unterstützung keineswegs ab: Möglicherweise werde man von französischen Spezialkräften unterstützt. Das Land hat Spezialkräfte in Burkina Faso stationiert. Laut AP ist auch ein US-Soldat vor Ort. Derzeit seien etwa 75 amerikanische Streitkräfte in Burkina Faso, zitiert die Nachrichtenagentur einen Pentagon-Mitarbeiter.

Eine gerettete Frau in einem Auto mit einer durch einen Schuss zerborstenen Frontscheibe | Bildquelle: AP
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Eine gerettete Frau in einem beschossenen Auto

Ein Krankenhausdirektor sagte unter Berufung auf Aussagen von Verletzten, mindestens 20 Menschen seien ums Leben gekommen. Der Minister für innere Angelegenheiten, Simon Compaoré, bestätigte zehn Opfer. Sie seien in dem bei Ausländern beliebten Restaurant "Cappuccino", das sich neben dem Hotel befindet, gefunden worden. 33 Verletzte sollen evakuiert worden sein, etwa 30 weitere Personen hätten aus dem Hotel fliehen können.

Es wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, wie Frankreichs Botschafter Gilles Thibault über Twitter mitteilte.

Gilles Thibault @G_Thibault_Fr
Le couvre-feu a été étendu de 23h à 6h du matin #Burkina #lwili

Weiter Geiseln im Hotel

Das Gelände um das Hotel "Splendid" ist weiträumig abgeriegelt. Niemand weiß zur Stunde, wie viele Gäste und wie viel Personal im Hotel eingeschlossen sind. In der Eingangshalle des Hotels "Splendid" soll kurz nach dem Angriff Feuer ausgebrochen sein.

Laut einer im Internet verbreiteten Botschaft hat sich ein Ableger der Terrororganisation Al Kaida zu der Attacke bekannt haben. Kämpfer der Gruppe Al Mourabitoune sollen demnach den Angriff durchgeführt haben. Al Mourabitoune ist eine Gruppe, die bisher vor allem in Burkina Fasos Nachbarland Mali operiert. Sie hatte dort in der Hauptstadt Bamako Ende November einen ähnlichen Anschlag verübt. Damals kamen 20 Menschen ums Leben, die genauen Hintergründe  sind bis heute weitgehend ungeklärt.

Erste Terror-Attacke in Burkina Faso

Der westafrikanische Staat Burkina Faso war bisher von größeren Terror-Attacken verschont geblieben. Allerdings hatten französische Nachrichtendienste in den vergangenen Wochen vor möglichen Terror-Aktionen gewarnt.

Burkina Faso ist Mitglied der sogenannten G5-Staaten der Sahelzone. Sie arbeiten eng zusammen, um die Bedrohung durch den Terrorismus in der Region einzudämmen. Neben Burkina Faso gehören Mali, Mauretanien, Niger und der Tschad zu dieser Staaten-Gruppe.

Mit Informationen von Jens Borchers, ARD-Studio Nordwestafrika

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